Weltweit Freu(n)de haben

Kreiskirchlicher Gottesdienst im Grünen beim Paul-Schneider-Heim:

Was verbindet Menschen aus den Evangelischen Kirchenkreisen Braunfels und Wetzlar mit Menschen in Afrika, Asien und Europa? Was macht ihnen Freude und was ist jeweils das Besondere an diesen weltweiten Partnerschaften, die zumeist seit vielen Jahrzehnten bestehen?

Um diese Fragen drehte sich alles beim traditionellen Gottesdienst im Grünen auf dem Gelände des Paul-Schneider-Freizeitheims bei Dornholzhausen

„Ja, Freu(n)de überall – Wie ökumenische Partnerschaften Freude wecken“ lautete dementsprechend das Motto.

Acht mit den beiden Synoden verbundene Gruppen und Partnerschaften stellten sich hier mit Blitzlichtern aus ihrer Arbeit vor: Botswana, Burkina Faso, Indonesien, Namibia und Tambow sowie Colchester, die Nichtregierungsorganisation NETZ Bangladesch und eine achtköpfige aus der Ukraine angereiste Gruppe, die derzeit im Laurentiuskonvent Laufdorf wohnt.

Deutlich wurde dabei, dass gegenseitiger Respekt, der gemeinsame Glaube, Versöhnungsbereitschaft, die gute Verständigung und Liebe zueinander die Menschen aus den unterschiedlichen Nationen und Kulturkreisen aneinander binden, aber auch, dass andere Sichtweisen bereichern können. Viel Freude machen dann gemeinsam durchgeführte Projekte, die sich auch in Hilfe zur Selbsthilfe äußern, die ökumenische Offenheit und gegenseitige Gasfreundschaft, das Teilen gemeinsamer Träume und Sorgen. Als das Besondere an ihrem Miteinander charakterisierten die Vertreter der Länder- und Städtepartnerschaften neben die Partnerschaft prägenden Menschen Weite und Vielfalt, den Einsatz für Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Versöhnung, die Kommunikation auf Augenhöhe, Kontakte über Internet und Whatsapp und die Musik.

So berichtete beispielsweise Pfarrer Ulrich Ries, wie die englische Sprache zwischen Indonesiern und Deutschen eine Begegnung auf Augenhöhe ermöglicht. Sehr wichtig sei den Indonesiern die Musik: „Ich freue mich immer, bei meinen Besuchen deutsche Choräle auf Indonesisch zu hören.“ Ursula Küppers führte als wegweisende Projekte der Partnerschaft mit der orthodoxen Metropolie von Tambow beispielsweise die Kooperation der Goethe-Gesellschaften Wetzlar und Tambow sowie die Zusammenarbeit mit der Behinderten-Initiative Apparel an. Frauen aus dem Arbeitskreis TIKATO präsentierten eine kleine Begrüßungszeremonie, wie sie in Burkina Faso üblich ist.

Eingebunden war diese kleine Weltreise durch Städte und Länder in die Predigt von Frauenreferentin Simone Pfitzner  zum Brief des Apostels Paulus an die Philipper, Kapitel 4, Verse 4 bis 9.  „Hier konnten wir erleben, wie viel Freude der Einsatz für andere Menschen macht“, sagte sie. Diese Freude sei unabhängig von Alter, Gesundheit oder Besitzstand, könne von innen her verändern und manchmal auch Not und Leid besiegen. „Wenn du als Grundmelodie deines Lebens mit Gott das Lied der Freude entdeckt hast, dann rufe es jeden Tag ab und weise die Melodien der Unzufriedenheit, Enttäuschung und Traurigkeit in ihre Schranken!“, gab Pfitzner den etwa 250 Gottesdienstbesuchern, unter ihnen auch die Superintendenten Jörg Süß und Roland Rust, als „Rezept für Freude“ mit auf den Weg. „Und dann wird der Friede Gottes sich nicht nur in unseren Herzen ausbreiten, sondern über die ganze Welt.“

Aus den wichtigsten Kernpunkten der Partnerschaftsbegegnungen entstand im Laufe des Gottesdienstes ein rundes, buntes Altarbild als Zeichen für die Freude an der weltweiten Verbundenheit. Die Liturgie feierte Pfarrer Joachim Dührkoop vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene aus Neuwied. Lieder, auch in afrikanischer und indonesischer Sprache, begleiteten Thomas Fricke mit der Gitarre und Paulina Ries am Keyboard. Die Kollekte wurde für die Arbeit des Paul-Schneider-Heims zusammengelegt. Nach dem Gottesdienst gab es für alle Kaffee und Kuchen. Gleichzeitig konnten sich die Besucher an einfallsreich gestalteten Infoständen über die Arbeit der Partnerschaften informieren.

bkl

Bild 1: Partnerschaftsgottesdienst im Grünen: Vertreterinnen und Vertreter von acht Gruppen und Partnerschaften stellten sich auf dem Gelände des Paul-Schneider-Heims mit ihrer Arbeit vor.

Bild 2: 250 Gäste erlebten im großen Festzelt einen bunten, lebendigen Gottesdienst.

Bild 3: Thomas Fricke und Paulina Ries sorgten für die musikalische Begleitung.

Bild 4: Frauenreferentin Simone Pfitzner hielt die Predigt.

Bild 5: Eine Begrüßungszeremonie aus Burkina Faso stellten vier Frauen aus dem Arbeitskreis Tikato vor.

Bild 6: Um die Anliegen der Menschen in den Partnerschaftsländern ging es beim gemeinsamen Fürbittengebet.

Bild 7: Zahlreiche Infostände präsentierten nach dem Gottesdienst die Arbeit der Partnerschaften.

Bild 8: Pfarrer Ulrich Ries informierte zur Indonesienpartnerschaft.

Bild 9: Beim Kaffeetrinken bei herrlichem Wetter kamen die Gäste ins Gespräch miteinander.