Über 300 Besucher nehmen Einblick in Hospitalkirche

Geöffnete Krypta ist der Renner:

312 Besucher hat der Förderverein Hospitalkirche im Rahmen des Brückenfestes in dem Gotteshaus im Rokoko-Stil begrüßen können. Erstmals hat der Förderverein die Krypta unter dem Altar für Besucher geöffnet. Mit einer Leiter ging es hinunter in die beiden Räume.

1996 war die Krypta bei den Sanierungsarbeiten von Arbeitern entdeckt worden. Der damalige Stadtbildpfleger Walter Ebertz nahm die Begräbnisstätte in Augenschein und konnte Knochenreste von 13 Bestattungen feststellen. Es soll sich um die Überreste von Ratsherren und Pfarrern handeln, die in 200 Jahren dort bestattet wurden. Hochwasser der Lahn hatten die Särge zerstört und die Knochen lagen an einer Stelle zusammen, wo das Wasser abgelaufen war. Zudem fand Ebertz noch ein Türscharnier. Damals legte der Stadtbildpfleger die Funde in eine wasserdurchlässige Kiste. Dazu legte er eine versiegelte Flasche mit den wichtigsten Daten.
Die Besucher konnten auch hinter den Altar blicken und die reiche Verzierung dort bewundern, die Treppe hinauf zur Kanzel unter die Füße nehmen und noch so manch andere Ecke entdecken, die den normalen Gottesdienstbesuchern verborgen sind.

Den Aufstieg in den Glockenturm konnte Pfarrer Dr. Siegfried Meier mit seinem Team nicht gestatten, da dort Schädlingsbekämpfungsmittel ausgebracht wurde. Der Förderverein zeigte aber einen Film von der Besteigung. So konnten die Interessenten einen Aufstieg virtuell erleben und die drei im Turm untergebrachten Glocken in Augenschein nehmen.

Oda Peter vom Wetzlarer Geschichtsverein führte Besucher auf die Empore, wo sie einige der Gemälde erläuterte. Schon im Eingangsbereich bestaunten die Besucher ein aus Lego entstandenes Modell der Hospitalkirche, das Dr. Matthias Büger gefertigt und der Kirchengemeinde überlassen hat. Neben der reich verzierten Decke in dem 1764 eröffnete Gotteshaus galt das Interesse der 1766 entstandenen Orgel des Baumeisters E. F. Walcker mit 30 Registern und historischem Gehäuse.

lr

Bild 1:  Heidi Stiewink in der Krypta der Hospitalkirche.
Foto: privat

Bild 2: Besucher bestaunen das Lego-Modell der Hospitalkirche.