Oberbürgermeister Manfred Wagner legt das erste Brückenteil

Rekordergebnis: Über 7.000 Euro für Projekte in Burkina Faso.

Über 7.000 Euro hat der 17. Brückenschlag Wetzlar-Ouagadougou am Samstag auf der alten Lahnbrücke eingebracht. Mehr als 700 Brückenteile sind während der Aktion sowie bereits im Vorfeld über die Kirchengemeinden der beiden Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar verkauft worden. Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) legte als Schirmherr die ersten Brückenteile auf der Lahnbrücke. Mit dem Brückenschlag zeigte der Arbeitskreis Brot für die Welt-TIKATO erneut Solidarität mit dem westafrikanischen Staat Burkina Faso. Seit über 40 Jahren leistet TIKATO Hilfe zur Selbsthilfe.

Wagner lobte das Engagement der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Aktion sei ein wichtiges Zeichen, dass alle Teil der Schöpfung seien. TIKATO sei ein Beitrag, damit Menschen in dieser Welt in Würde leben könnten. Hungersnöte, Krankheiten und Kriege sorgten dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen und auch in Europa eine neue Zukunft suchten. Deshalb sei es wichtig die Menschen zu unterstützen, damit sie in ihrer Heimat bleiben könnten. Wagner überreichte einen Scheck der Stadt zur Unterstützung der Projekte.

Landrat Wolfgang Schuster erinnerte daran, dass in vielen Staaten Afrikas Despoten regieren, deren Interesse am Wenigsten dem Wohl ihrer Bürger gelte. Gerade in den letzten Monaten habe man auch im Landkreis viele Menschen aufgenommen, die aus ihrer Heimat geflohen sind. Hilfe müsse dort ansetzen, wo die Menschen zuhause sind. Dabei kritisierte Schuster, dass der amerikanische Präsident Donald Trump gerade Waffen für Millionen Euro an Saudi-Arabien verkauft habe. Diese würden gegen Menschen gerichtet. Um das Leben in den ärmeren Ländern zu entwickeln brauche es aber Unterstützung in Kindergärten, Schulen oder der Landwirtschaft. Man solle die Länder so unterstützen, dass die Menschen dort gut leben könnten. Schuster übergab einen Scheck über 1000 Euro.

Superintendent Roland Rust wies darauf hin, dass Gott ein Brückenbauer sei, der Kontakt zu den Menschen suche. „Gott möchte, dass wir aufatmen können“, sagte Rust, der sich für das über 40-jährige Engagement für Burkina Faso bedankte. Den Beitrag von Tikato zu Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Burkina Faso lobte Botschafsrat Souleymane Hebié (Berlin) und Michael Yanogo, langjähriger Projektpartner von TIKATO in Burkina Faso. Sabine von Bargen von Brot für die Welt und weitere Gäste nahmen am Brückenschlag teil. Der Erlös der Spendenaktion kommt laut der Leiterin des Arbeitskreises, Heidi Stiewink, mehreren Kleinprojekten zugute. Dazu zählt ein Brunnenbau in Ladiou sowie die Nahrungsmittelsicherung in der Region YE. Dadurch blieben die Menschen in ihren Dörfern und im Land. Projekte gegen Landflucht seien eine wichtige Maßnahme gegen Fluchtursachen.

Bereits im Vorfeld hatten Joachim Knoth und Elvira Kinzenbach-Knoth aus Braunfels eine Spende von 2.200 Euro übergeben. Die Konfirmanden von Hohenahr-Erda und Großaltenstädten hatten 1.127 Euro gesammelt. Die Französisch-Kurse der Goethe-Schule übergaben 400 Euro. Den gleichen Betrag hatte die Kirchengemeinde Schwalbach/Bonbaden gesammelt.
In den 35 Jahren seines Bestehens hat der 16 Mitglieder umfassende Arbeitskreis mehr als 50 Projekte gefördert in den Bereichen Landwirtschaft, Ausbildung und Gesundheit.

Stiewink wies darauf hin, dass das gute Ergebnis auch durch den Verkauf von Kuchen und Produkten aus Afrika erreicht wurde. TIKATO hat sich vorgenommen, innerhalb von drei Jahren 40.000 Euro zu sammeln, um zwei neue Projekte in Burkina Faso zu realisieren. Einmal geht es um die Nahrungsmittelsicherung in Burkina Faso. Das Projekt „PROSAN YE“ bewirbt Tikato gemeinsam mit Brot für die Welt in der Region YE, ein anderes „PROSAN TL“ kooperiert mit den Projekten am Staudamm. Das Bläserensemble Wetzlar unter Leitung von Kantor Dietrich Bräutigam spielte am Rand der Lahnbrücke und zeigte somit seine Solidarität mit der Aktion.
lr

  • Bild 1: Landrat Wolfgang Schuster übergibt einen Scheck über 1000 Euro. Neben ihm OB Manfred Wagner, Botschafsrat Souleymane Hebié, Heidi Stiewink und Michael Yanogo, langjähriger Projektpartner von TIKATO in Burkina Faso.