Nahrungsmittelhilfe für Burkina Faso

Interner Aufruf erbrachte fast 20.000 Euro:

Während in Deutschland regional über starke Einbußen in der Landwirtschaft geklagt wird, ergibt sich in Burkina Faso durch extreme Trockenheit und den sehr spät einsetzenden Regen ein inzwischen durchschnittliches Getreidedefizit  von 53,2 Prozent und damit eine Existenzfrage in manchen Regionen.

“Der Klimawandel hinterlässt mit steigender Tendenz deutliche Spuren”, berichtete sorgenvoll Etienne Bazie, Direktor der Entwicklungshilfe der Kirchen für Burkina Faso/ODE im Brief an die TIKATOgruppe. “53,2 Prozent der Haushalte sind nicht in der Lage, ihren Bedarf an Getreide  aus der Produktion der letzten Ernte in 2017  zu decken.” Das hat schlimme Konsequenzen im Sahelland: nicht nur dass die Menschen hungern; viele können ihre Kinder nun nicht mehr in die Schule schicken, weil sie keinen Erlös aus ihren Feldern erwirtschaften können.

Deshalb hat ODE schon im Juli nach Wetzlar um Hilfe gebeten und geschrieben, “dass  die Regierung ein Notprogramm aufgestellt hat. Menschen stehen jetzt in Schlangen vor eingerichteten zu sozialen Preisen abzugebenden Hirse- und Maissäcken.” Es reicht aber nicht für alle.

Die Kirchen aber fühlen sich verantwortlich gerade in den Gebieten, in denen sie Gemeinden und auch ihre von den Partnern wie TIKATO geförderten Projekte haben, die Menschen mit Nahrung zu versorgen. Zum Beispiel in der Region um die Entbindungsstation in Tiguendalgue herum und in der Region um Kaya bei Tikato und Pissila sollen die Mitarbeitenden von ODE nun Getreide verteilen, gerade auch an die, die nicht an die Verteilstellen kommen können wie alte und behinderte Menschen. Selbstverständlich profitieren Menschen aller Religionen davon.

Die großen Werke wie Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, auch andere internationale “konnten nicht helfen”. Sie haben sich auf fest gelegte Projekte spezialisiert. Die TIKATOgruppe ja eigentlich auch..

TIKATO erreichte der  Hilferuf der Partner gerade, als die Aktion um die vom Zoll in Europa vernichteten Mangos erfolgreich abgeschlossen war.” Da wollten wir keinen neuen Aufruf starten”, betont die Vorsitzende des AK Brot für die Welt-TIKATO, Heidi Stiewink, nach Absprache mit ihrem Orga-Team Katharina Graben und Wilhelm Wilmers. Deshalb: Start eines „kleinen, internen Aufrufs“: Nur sechs Kirchengemeinden und etwa 50 Menschen wurden angeschrieben- auch über die heimische Region hinaus- und um Spenden und Kollekten gebeten. Die Gemeinden und Privatpersonen reagierten blitzschnell. 5000 Euro kamen aus Langeoog, der Inselgemeinde, mit der TIKATO partnerschaftlich verbunden ist. Ein gemeindlicher Förderverein aus dem hiesigen Kirchenkreis half mit 2.500 Euro, ein Privatspender mit 1.500, verschiedene Gemeinden ließen zwei bis drei Sonntage nacheinander sammeln, Stadt- und Dorfgemeinden kollektierten und so machten viele kleinere ein Großes daraus.

Innerhalb von 6 Wochen kamen so knapp 17.500 Euro zusammen. In der Hoffnung, dass noch einige Spenden jetzt dazu kommen, überwies TIKATO Ende August 20.000 Euro an ODE. Eine wahre Solidaritäts-Glanzleistung. Und Etienne Bazie aus Ouagadougou schreibt gestern:” Wir haben zunächst die Verwaltungs- und Gemeindebehörden von Pissila informiert, dann ein immer noch aktives Verteilungskomitee eingesetzt. Zu diesem Zweck wurde eine Zählung der schwächsten Personen und Haushalte  vorgenommen. Wir konnten bereits 1.200 Tonnen Getreide an 105 notleidende Frauen verteilen, die 572 Menschen zu versorgen haben. Ein Dank an alle Spenderinnen und Spender!“

Bangen Herzens schauen nun die Burkinabe täglich an den Himmel: Ob bis zum Ende der Regenzeit noch genug Regen vom Himmel fällt für eine ausreichende Ernte in 2019?

sti / Foto: ODE / Ouagadougou

Nahrungsmittel-Verteilung in der Region um den Staudamm an bedürftige, und  behinderte Menschen, Schwangere und Stillende