Mit Herz und Charakter

Extrem schöner Konfitag im Paul-Schneider-Freizeitheim:

Was ist für Jugendliche wichtig im Leben? Worüber definieren sie ihre Identität? Oft spielt dabei die äußere Erscheinung eine entscheidende Rolle. Genau darum ging es beim Konfitag auf dem Gelände des Paul-Schneider-Heims bei Dornholzhausen, der in seiner elften Auflage vom engagierten Vorbereitungsteam mit dem Titel „Extrem schön – schön extrem“ überschrieben war.

Erstmals waren unter den 38 beteiligten Kirchengemeinden mit 500 Jugendlichen auch nahezu alle aus der Wetzlarer Synode, inklusive ihrer Jugendmitarbeiter, die sich aktiv ins Geschehen einbrachten. So konnten sich auch Jugendliche aus zwei unterschiedlichen Kirchenkreisen kennen lernen – ein Vorgeschmack auf die für den 1. Januar 2019 anstehende Vereinigung der Synoden Braunfels und Wetzlar.

Mit einer echten Miss Mitteldeutschland, einem talentierten Bauchredner, einer tollen Band, Fachkräften zum Thema in den Gesprächsgruppen, 26 spannenden Workshops und einem köstlichen Mittagessen zwischendurch präsentierte sich auch in diesem Jahr wieder ein quicklebendiger Konfitag. Ziel des Ganzen war die Einsicht, dass Schönheit eine Sache des Herzens ist und dass für Gott Menschen schön und wichtig sind, unabhängig von ihrer äußeren Erscheinung. Entsprechend heißt es im zentralen Bibelvers aus dem 1. Buch Samuel, Kapitel 7, Vers 9: „Gott spricht: ‚Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.’“

Höhepunkt im Gottesdienst war der Auftritt des Religionspädagogen Peter Dietrich aus Kassel mit zwei „Valschen Fögeln“. Der Theologe, der als Bauchredner mit verschiedenen Kinder- und Erwachsenenprogrammen unterwegs ist, setzte dabei zwei Handpuppen ein, mit denen er die Welt und das Leben erklärte. Weder, dass Vogeldame Rosa ihr Bild auf „Paarschiff“ einstellen noch dass sie sich ein Tattoo stechen lassen möchte, um einen Freund zu gewinnen, konnte Peter Dietrich begeistern. „Ich finde dich so, wie du bist, super!“, bekannte er und fügte hinzu: „Das Beste an uns hat Gott schon gemacht, das kann kein Tätowierer besser tun.“

Lieder wie „So wie du bist“ und „Du bist du“, gespielt von der School of Rock Band mit Thomas Fricke  unterstützten die Aussage des Gottesdienstes. Die liturgischen Texte sprachen Mitarbeitende aus beiden Kirchenkreisen, für die Technik war Linnard Staab verantwortlich.

Zwei venezianische Masken hatte Superintendent Roland Rust auf der Pavillon-Wiese als Gesprächsgruppenleiter in den Kreis der Konfigruppe aus Biskirchen gelegt. Dies mit der Aussage: „Schön ist ein Mensch, wenn er keine Maske tragen muss.“ Um einander zu zeigen, wie wertvoll sie sind, klebten die Jugendlichen sich ermutigende Sätze auf den Rücken, wie „Gott sagt: Ich gebe dir Zukunft und Hoffnung“ oder „Gott sagt: Fürchte dich nicht, ich begleite dich“.

Pfarrer Wolfgang Grieb, der jedes Jahr nach Israel/Palästina reist, präsentierte religiöse Kleidung aus Jerusalem, als Zeichen für die Schönheit der unterschiedlichen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

Und die blinde Presbyterin Monika Thomaka aus Aßlar zeigte, dass man Schönheit auch ohne zu sehen wahrnehmen kann, so zum Beispiel die Stimme. Sie fragte die Jugendlichen aus Bonbaden, Neukirchen und Schwalbach zudem, ob ein Richter wohl eine andere Entscheidung im Prozess treffen würde, wenn er mit verbundenen Augen dasäße.

Die Workshops gaben den Jugendlichen nachmittags Gelegenheit, sich kreativ zu betätigen oder einfach nur beschenken zu lassen: beim Trockenfilzen, Seife formen, Tattoos in Airbrush-Technik herstellen oder beim Erleben einer „Heldenreise“. Auf der „Beautyfarm“ von Gemeindepädagogin Angela Kurschat gab es die Möglichkeit, sich zu entspannen und verschönern zu lassen. Viel Schleifpapier und Zahnpasta sowie rund eine Stunde Geduld brauchte es, um  in der Bernsteinschleiferei mit Winfried Winkler schöne Steine anzufertigen. Sportangebote wie Jugger, Hockey, Intercross oder Bogenschießen gab es für die bewegungsfreudigeren Konfirmanden.

Zum Abschluss des Tages fuhr Sarah Stroh aus Wißmar, Miss Mittel- und Südwestdeutschland 2014, mit einem Cabrio im großen Zelt vor, chauffiert von Diakon Stefan Zeiger. „Ein Mensch ist schön, wenn er Humor und Lebensfreude verbreitet“ zeigte sich die 27-jährige Schönheitskönigin im Interview mit Diakon Ernest Aguirre überzeugt und konnte dem zustimmen, dass die Schönheit des Herzens wichtiger ist als Äußerlichkeiten. Dass vor Gott jeder so, wie er ist, genau richtig ist,  machten auch Thomas Fricke und Stefan Zeiger mit dem „schönsten Bild der Welt“, einem großen Spiegel deutlich, der den Jugendlichen vorgehalten wurde und den Sie in Kleinformat mit nach Hause nehmen durften. Aufschrift: „So sieht der Mensch aus, den Gott liebt.“

„Die Jugendlichen sind glücklich, das war eine großartige Sache“, fasste Inka Lepper aus Launsbach, erstmals als aktive Jugendmitarbeiterin beim Konfitag dabei, abschließend ihre Eindrücke zusammen.

bkl

 

Bild 1: Die Katzenfurter Band „School of Rock“ spielte unter Leitung von Gemeindepädagoge Thomas Fricke.

Bild 2: Viel Lebensfreude zeigten Jugendliche und Mitarbeitende beim Gottesdienst zum Konfitag.

BU 3: Vogeldame Rosa möchte für Bauchredner Peter Dietrich schön sein.

BU 4 : Auf „halbem Weg zur Besinnung gekommen“ ist „Valscher Fogel“ Urs, als er sich in seiner Jugend nur ein halbes Meerjungfrauen-Tattoo stechen ließ.

Bild 5: Das Angebot von Gemeindepädagogin Angela Kurschat: eine Beautyfarm.

Bild 6: Viel Geduld beim Bernsteinschleifen bewies Glenn aus Dornholzhausen, hier mit Winfried Winkler, der die Technik professionell anleitete.

Bild 7: Viel Spaß gab’s auch beim Jugger.

Bild 8: Schönheitskönigin Sarah Stroh präsentiert sich im Cabrio mit Chaffeur Stefan Zeiger und der Katzenfurter School of Rock Band.