Menschen in der letzten Zeit des Lebens begleiten

Zehn Teilnehmende, davon sieben Frauen und drei Männer aus dem Lahn-Dill-Kreis haben an einem Vorbereitungskurs für ehrenamtlich Mitarbeitende im ambulanten Hospizdienst teil. Der 1998 gegründete Hospizdienst wurde aus dem Wunsch heraus entwickelt, nachbarschaftliche Hilfe am Lebensende neu zu beleben. Zum 20. Mal hat die Diakonie Lahn Dill nun Interessenten an das Thema heran geführt und in einem halbjährigen Kurs unter der Leitung von Sabine Adams und Ute Schmidt für die Begleitung vorbereitet.

Von Januar bis Juni konnten sich die Kursteilnehmenden behutsam den Themen Trauer, Tod und Sterben nähern. An 15 Themenabenden stellten Referenten aus der Region ihr Wissen zur Verfügung. Dabei ging es unter anderem um Themen wie ganzheitliche Pflege und Unterstützung am Lebensende, Seelsorge, Demenz, Vorsorge und Betreuungsrecht. Ein Besuch des stationären Hospizes Haus Emmaus mit seinen dazugehörigen Einrichtungen sowie ein Gang über den Friedhof und der Besuch bei einem Bestatter gehörten auch zu dem Programm. An drei Wochenenden konnten sich die Teilnehmenden persönlich mit den Themen auseinandersetzen und die eigenen Grenzen und Ressourcen ausloten. Im Laufe des Kurses prüfen sie, ob die Aufgabe für sie passt.

Kursteilnehmerin Beate König resümierte: „Ich wollte lernen, frei und offen über Tod und Sterben zu sprechen. Durch den Kurs habe ich meinen eigenen Werdegang mehr schätzen gelernt. Ich konnte eigene Verluste integrieren. Der Kurs hat mich darin bestärkt, dass das Schwere auch leicht sein darf.“

Die Gründe, einen Kurs zu besuchen, sind sehr vielfältig. Manche Teilnehmende haben Angehörige gepflegt, manche suchen Menschen, mit denen sie sich sinnvoll austauschen können und wieder andere möchten etwas geben: von ihrer frei gewordenen Zeit, weil sie in Rente gehen oder die Kinder erwachsen sind. Andere geben von ihrer Lebenserfahrung. Alle Kursteilnehmer möchten lernen: Wie geht das mit dem Sterben? Was passiert in den letzten Wochen, Tagen und Stunden? Wie stelle ich mir mein eigenes Ende/Sterben vor? Welche Möglichkeiten der Unterstützung/Hilfe gibt es hier vor Ort und wie kann ich mich auf mein Sterben vorbereiten? Wie kann ich mit anderen Menschen über dieses Thema reden/ins Gespräch kommen? Kursteilnehmerin Cornelia Lauterbach sagte: Ich habe im familiären und privaten Umfeld verschiedene Erfahrungen mit dem Tod gemacht, dazu zählte auch das Sterben auf einer Palliativstation im Krankenhaus sowie im Hospiz. Zu erleben, wie achtsam und liebevoll auf die Bedürfnisse der Sterbenden und Angehörigen eingegangen wurde, hat mich auch die Kostbarkeit des Lebens spüren lassen. Im Hospiz entstand erstmals der Gedanke, etwas Sinnvolles tun zu wollen beziehungsweise weitergeben zu wollen.“

Ambulante hospizliche Begleitungen finden in Seniorenheimen, in der häuslichen Umgebung oder im Krankenhaus statt. Die Ehrenamtlichen sind für den sterbenden Menschen sowie seine Angehörigen und Freunde da und unterstützen in vielfältiger Weise. Die Koordinatorinnen stehen den Ehrenamtlichen bei jeder Begleitung in Einzelgesprächen und an Gruppenabenden zur Seite. Derzeit hat die Diakonie rund 35 Ehrenamtliche im Ambulanten Hospizdienst als Sterbebegleiter.

Der nächste ambulante Hospizkurs findet von Januar bis Juni 2019 statt. Kontakt: Ute Schmidt und Sabine Adams, Tel. 06441-9013-16, E-Mail:  hospizdienst@diakonie-lahn-dill.de

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Haben einen Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche im ambulanten Hospizdienst absolviert: sieben Frauen und drei Männer aus dem Lahn-Dill-Kreis.