Kulturelles Highlight auf Burg Greifenstein

Gospel als Lob und Klage – Beeindruckendes Konzert Open Air:

Die herrliche mittelalterliche Kulisse der Burg Greifenstein, der weite Blick auf Mittelhessen, der angenehme Sommerabend und die Vielfalt musikalischer Darbietungen – das alles hat eine unwiederbringliche Atmosphäre geboten. Das erste Gospelfestival auf der Burg Greifenstein zog 550 Besucher in seinen Bann. „Das war doch eine tolle Veranstaltung“, kommentierte beim Verlassen des Burggeländes ein Konzertbesucher. Auch der Ideengeber Jochen Rieger zeigte sich zufrieden.

Der Name Festival, so erklärt es Wikipedia, leitet sich vom Lateinischen „festivus“ ab, also festlich, feierlich und heiter. Mit all diesen Adjektiven konnte das kulturelle Highlight aufwarten. Durch das dreistündige Open-Air-Programm führte der ehemalige Wetzlarer Pfarrer Michael Stollwerk mit launigen Worten.

Im ersten Teil des Konzertes stellten sich die vier beteiligten Chöre musikalisch vor. Eröffnet wurde der Reigen der Lieder vom Lahn-Dill-Worship und Gospelchor, den Rieger aus rund 70 musikalisch Begeisterten geformt hat. Der Chorname weist bereits auf die Musik hin, die die größte Formation des Abends unter freiem Himmel zu Gehör brachte: eines Teils ging es um Gospelmusik, andererseits führten sie moderne Anbetungslieder auf wie „Komm und lobe den Herrn“.

Der Aßlarer Gospelchor mit seinem Leiter Klaus-Werner Zipp bestach sowohl mit seinen Solisten als auch als Formation mit elf Sängerinnen und Sängern. Sie präsentierten ursprünglichen Gospel wie „Rock my Soul“. Stollwerk wies darauf hin, dass Gospel sowohl Lob und Anbetung ist als auch Klage, stammen sie doch aus der Sklavenzeit.

Auf der Bühne war auch die Formation „Perspektiven“, die einst von Rieger gegründet und viele Jahre geleitet wurde. Unter ihrem heutigen Leiter Dirk Menger begeisterten sie mit Liedern wie „Help me“ und „Du bist anders“. Menger ist auch Autor etllicher Lieder.

Amerikanischen und skandinavischen Gospel hatte der Chor Spiritual Voices aus Wilnsdorf-Niederdielfen mitgebracht. „Take me to the water“ und „Halleluja, salvation und glory“ zeigten die Spannweite des erfrischenden Chores.

Nach einer Pause brachte der britische Sänger David Thomas aus Manchester ein Medley bekannter Gospelmelodien zu Gehör. Eine starke Stimme führte durch die Lieder, sei es, dass Thomas als Solist zu hören war oder mit allen vier Chören zusammen. Schon als Kind habe er Gospels gesungen, so der Sänger mit karibischen Wurzeln. Einst hatte er Auftritte mit Steve Wonder und war ab 1995 „Papa Dampflok“ in dem Musical „Starlight Express“ in Bochum. Danach war er im Musical Tabaluga in Oberhausen zu sehen. Heute ist der Pastorensohn als Gospelprofessor europaweit unterwegs. Bekannte Songs wie „Amazing Grace“ oder „Joyful, joyful, we adore Thee“ begeisterten das Publikum. Mit dem Publikum stimmte Thomas das bekannte „Amen“ an. Chöre und Solist brachten eine christliche Version des bekannten Liedes „Freude, schöner Götterfunken“ zu Gehör, das mit „Joyful, joyful, we adore Thee“ begann.
Das große Finale auf der bei beginnender Dunkelheit bunt beleuchteten Bühne bildete das Lied „O happy Day“, wo spätestens hier die Besucher lauthals mit einstimmten. Zur Überraschung endete das Konzert festival-mäßig mit einem Kurzfeuerwerk.

Alles in allem war das erste Gospelfestival ein eindrucksvolles Event, bei dem keine Wünsche des Publikum offen blieben. Die Bezeichnung „1. Gospelfestival“ schürt die Hoffnung, dass dies nicht die letzte Konzertveranstaltung dieser Güte sein wird.

lr

Bild 1: Der britische Sänger David Thomas bildete den Höhepunkt beim ersten Gospelfestival auf der Burg Greifenstein.

Bild 2: 550 Besucher füllten den Platz vor der Bühne auf Burg Greifenstein.

Bild 3: Der Chor „Spiritual Voices“ sang amerikanische und skandinavische Gospels.