Kirchen grüßen Muslime zum Ramadan

Gottes Segen für den Fastenmonat:

Der Fastenmonat Ramadan reicht in diesem Jahr vom 16. Mai bis zum 14. Juni. An den Fastenmonat schließt sich das dreitägige Fest des Fastenbrechens (auch „Zuckerfest“ genannt) an. Traditionell grüßen die Kirchen die Muslime in der Region zum Ramadan, zu dieser für sie so bedeutenden Zeit, die zu den „fünf Säulen“ und damit zu den Hauptpflichten im Islam gehört. Die Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar und der Katholische Bezirk Wetzlar schließen sich dem Grußwort der fünf katholischen Bistümer und drei evangelischen Landeskirchen in NRW an. Sie wünschen den Muslimen mit folgenden Worten Gottes Segen:

Ramadan Mubarak 2018!

Liebe muslimische Gläubige,

in diesen Tagen begehen Sie den Fastenmonat Ramadan. Wie grüßen Sie aus diesem Anlass mit gemeinsamen Worten der evangelischen Landeskirchen und römisch-katholischen Bistümer im benachbarten Bundesland Nordrhein Westfalen:

Der Fastenmonat ist auch eine Zeit der Besinnung. Solche Zeiten sind wichtig, im in Ruhe unser menschliches Handeln zu überdenken und uns unserer Verantwortung bewusst zu werden.

Wenn wir an diese Verantwortung denken, erinnern wir uns daran, dass in diesem Jahr die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 70 Jahre alt wird. Wir blicken zudem auf das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren zurück. Doch noch immer haben wir weder das Übel militärischer Konflikte eliminiert noch den Menschenrechten uneingeschränkte Geltung verschafft.

Gleichzeitig steht die Menschheit vor existenziellen ökologischen Herausforderungen. Die Folgen des Klimawandels erfordern unverzügliches, koordiniertes und entschlossenes Handeln. Der Mensch ist in der Geschichte unseres Planeten zu einem Faktor geworden, der die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf unserer Erde maßgeblich beeinflusst.

Die biblische Aussage, dass Gott den Menschen in den Garten Eden setzte, damit der Mensch diesen Garten „bebaue und behüte“, wie es in der Bibel heißt, gewinnt damit eine besondere Dimension. Denn der Mensch ist verantwortlich für den Erhalt von Gottes guter Schöpfung, die zugleich die Lebensgrundlage unserer und kommender Generationen ist.

Der Schutz und die Bewahrung unseres Planeten ist nichts weniger als eine Menschheitsaufgabe. Unsere Religionen sagen uns, dass wir alle Teil einer großen Menschheitsfamilie sind, wo immer wir uns auf diesem Planeten befinden. Die bereits jetzt zu beobachtenden schädlichen Auswirkungen, etwa der steigende Meeresspiegel oder die Umweltverschmutzung, treffen zwar noch nicht alle Menschen in gleichem Maße. Ohne Solidarität und Gerechtigkeit wird sich der Weg zur Bewahrung der Schöpfung aber nicht finden lassen.

Hier zeigt sich, dass die gegenwärtigen militärischen Auseinandersetzungen und die mangelhafte Umsetzung der Menschenrechte eine weitere Gefahr in sich bergen. Polarisierte und zerstrittene Gesellschaften, aber auch Nationen und Konzerne, die ihre eigenen Interessen ohne Rücksicht auf andere an erste Stelle setzen, sind eines der größten Hindernisse, wenn es um die große Menschheitsaufgabe geht, allen eine gute und lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

Unsere Religionen bieten uns die Chance, uns auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist. Möge Gott uns die innere Freude schenken, seinen Ruf in unserem Gewissen zu erkennen und ihm auf dem Weg des Friedens zu folgen! Und möge Gott uns dabei helfen, voneinander zu lernen und uns gegenseitig zu unterstützen!

Auch im Namen der Synodalbeauftragten für das christlich-islamische Gespräch, Pfarrer Grieb und Pfarrer Hünninger, wünschen wir Ihnen und Ihren Familien sowie Ihren Gemeinden und Einrichtungen einen segensreichen Fastenmonat Ramadan und ein frohes Fest des Fastenbrechens.

Ramadan Mubarak!

 

Ihre

Roland Rust, Superintendent Evangelischer Kirchenkreis Braunfels

Alexandra Hans, Assessorin Evangelischer Kirchenkreis Wetzlar

Dr. Christof May, Bezirksdekan Katholischer Bezirk Wetzlar

Im Fastenmonat Ramadan lesen Muslime aus dem Koran.