Kirche positioniert sich

Gegen rechte Parteiveranstaltung in Wetzlar:

Am Samstag, 24. März, wird es in der Wetzlarer Stadthalle eine NPD-Veranstaltung geben. Auch ein Rechtsrock-Konzert soll es in diesem Zusammenhang stattfinden. Die Stadt hatte gegen die Nutzung der Stadthalle im Vorfeld Beschwerde eingelegt, die jedoch vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel zurückgewiesen wurde.

Als Reaktion auf die rechtsgerichtete Zusammenkunft, hat, wie schon mehrfach in der Vergangenheit und zuletzt im April 2017, ein breitgefächertes Bündnis aus Gewerkschaften, Politik und Kirchen zu Gegenveranstaltungen aufgerufen. So findet am Samstag, 24. März, ab 15 Uhr in der Konrad-Adenauer-Promenade (Nähe Stadthalle) ein „Festival der Demokratie“ statt. Vorbereitet wird es von etwa 25 Jugendlichen und jungen Erwachsenen einer „KreAKTIV“-Gruppe des Bündnisses „Wetzlar BUNT statt BRAUN“. Beim Festival werden unter anderem Oberbürgermeister Manfred Wagner und Landrat Wolfgang Schuster das Wort ergreifen. Bereits um 12.30 Uhr wird ein Demonstrationszug als geschlossene Gruppe vom Bahnhof über Fußgängerzone und Altstadt bis zur Konrad-Adenauer-Promenade ziehen.

Weitere Aktionen gibt es schon am Tag vorher: Zwischen 14 und 17 Uhr können am Freitag, 23. März, Kinder und Jugendliche rund um die Stadthalle an der Initiative „Wir malen Wetzlar BUNT!“ (Malkreide wird gestellt) teilnehmen. Ein „Zug der Entrüstung“ wird sich ab 17 Uhr von der Stadthalle durch die Altstadt bis zum Bahnhof bewegen, mit jeweils kurzen Statements an ausgewählten Plätzen.

Bislang stehen auf der Unterstützerliste von Seiten der Kirchen neben den Superintendenten der Evangelischen Kirchenkreise Wetzlar und Braunfels, Jörg Süß und Roland Rust, das Evangelische Dekanat an der Dill, Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar, hessencam Wetzlar, die Katholische Kirchengemeinde Wetzlar, der Laurentiuskonvent Laufdorf,  der Kirchliche Arbeitskreis Flucht in den Kirchenkreisen Braunfels und Wetzlar, die Diakonie Lahn Dill, der Wetzlarer Friedenstreff, Pfarrer Björn Heymer (Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar), Pfarrer i.R. Volker Schmitt und Ingrid Müller (Kita Johanneshof).

Die Möglichkeit, sich in die Liste einzutragen, besteht noch bis zum Donnerstag, 15. März, über die Internetseite www.wetzlar-erinnert.de/demokratie.

bkl

Deutlich Stellung bezogen hatten auch Vertreter der heimischen Kirchen im April letzten Jahres bei einer Kundgebung Rechtsextremer in Wetzlar.