Gedenken, Zeitzeugin, Gottesdienste und Gebete

Veranstaltungen zur Pogromnacht 2018:

An die Pogrome vor 80 Jahren gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnern Christen in der Region an Lahn und Dill am 8. und 9. November mit Gedenkveranstaltungen, Zeitzeugengespräch, Gottesdiensten und Gebeten.

Am 9. November 1938 gab es in Deutschland massive Ausschreitungen gegen Synagogen und jüdische Geschäfte. Zwei Tage zuvor war der deutsche Botschaftssekretär Ernst von Rath in Paris von dem 17-jährigen Polen Herschel Grünspan angeschossen worden und an seinen Verletzungen gestorben. Dies nahmen die Nationalsozialisten zum Anlass für eine Mord- und Brandstiftungsaktion von bisher nicht gekanntem Ausmaß. In der Nacht vom 9. zum 11. November wurden jüdische Männer und Frauen ermordet, Zehntausende verhaftet und in Konzentrationslager gebracht, Synagogen angezündet und jüdische Geschäfte zerstört.

Heute leben wir in einer Gesellschaft, in der die Zeitzeugen aussterben und der Antisemitismus wieder zunimmt. Kirchengemeinden in unserer Region möchten hier ein deutliches Zeichen setzen und laden zu Gedenkfeiern ein:

 Donnerstag, 8. November

Am Donnerstag, 8. November, dem Vorabend zum 80. Jahrestag der Pogromnacht, erinnert eine Andacht  um 18 Uhr in der Jahnstraße 3 in Niedergirmes an die Deportation der Wetzlarer Juden. Einen Imbiss gibt es anschließend in der Katholischen Kirche St.Walburgis (Gutleutstr. 3). Die Wetzlarer Zeitzeugin Gisela Jäckel mit jüdischen Wurzeln wird mit Katechumenen der Kirchengemeinden Niedergirmes und Hermannstein ins Gespräch kommen.

Freitag, 9. November

Die  Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar und die Stadt Wetzlar laden zu einer Feierstunde mit Kranzniederlegung ein. Die Gedenkstunde findet am Freitag, 9. November, um 16.30 Uhr an der ehemaligen Synagoge in der Wetzlarer Pfannenstielsgasse statt. Im Anschluss gibt es einen ökumenischen Gedenkgottesdienst  um 18 Uhr in der Wetzlarer Unteren Stadtkirche.

Die Evangelische Kirchengemeinde Nauborn lädt unter dem Motto „Geh Denken“ zum Erinnerungsgebet am Freitag, 9. November ein. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Gedenkstein für die ermordeten jüdischen Nauborner Bürger auf der Wiese vor dem Kindergarten in der Taunusstraße.

Ein ökumenisches Gedenkgebet gibt es um 17.30 Uhr in der Schlosskirche Braunfels. Die Lesungen hält Kurt Söhngen. Musikalisch begleiten Linda Gundal (Gesang), Angelika Dreuth (Violine), Maria Monninger (Cello) und Eugemia LaBarba (Orgel) das Gedenken. Anschließend wird um 18.30 Uhr an der ehemaligen Synagoge im Unteren Burgweg ein Kranz niedergelegt. An den Gedenkworten und Gebeten beteiligen sich die Stadt Braunfels und die Kirchengemeinden beider Konfessionen.

In Bonbaden treffen sich Christen zu einer Gedenkfeier um 17.30 Uhr. Treffpunkt ist am Alten Backhausplatz (Hauptstr. 35) vor der Gedenktafel zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Am Ort der Stolperstein in Burgsolms (Solmsbachstr. 14) gibt es um 11 Uhr eine Mahnwache,  gestaltet von der Stadt Solms in Kooperation mit der Gesamtschule Solms sowie mit Pfarrern der evangelischen und der katholischen Kirche.

An die Novemberpogrome von 1938 sowie an das Ende des Ersten Weltkriegs und den Tag des Berliner Mauerfalls wird in Werdorf mit einer Gedenkveranstaltung erinnert. Die Andacht wird gefeiert oberhalb des geschlossenen Friedhofs der ehemaligen Jüdischen Gemeinden Werdorf und Ehringshausen in Werdorf, Breitenbacher Straße, Ecke Finkenweg. Beginn ist um 18 Uhr. Teilnehmende werden gebeten, eine Kerze mitzubringen.

Ein Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger anlässlich der Pogromnacht 1938 gibt es zudem ab 18 Uhr in der Krofdorfer Margarethenkirche (Rodheimerstr. 23). Im Anschluss findet eine Versammlung an der Gedenktafel im Kirchgarten statt.

bkl

Gedenktafeln zur Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger gibt es in vielen Orten in der Region. Diese hängt an der Stelle der ehemaligen Synagoge in der Wetzlarer Pfarnnenstielsgasse.