Drei Generationen geben drei Konzerte zu 30 Jahre Partnerschaft

Sänger aus dem Kirchenkreis Wetzlar reisen nach Siena:

 

30 Jahre ist es her, dass der Evangelische Kirchenkreis Wetzlar dauerhafte Kontakte zur Waldensergemeinde in Siena geknüpft hat.

Das haben die Verantwortlichen der Partnerschaft, zu denen Referent für Gemeindedienst Rüdiger Henke und Pfarrer Christian Silbernagel gehören, zum Anlass genommen, einen Projektchor zur gründen, den Jochen Stankewitz leitet. Der Chor und weitere Interessierte werden vom 8. bis zum 16. Oktober eine Konzertreise in die italienische Stadt unternehmen. Insgesamt drei Auftritte in Siena, Florenz und Reggello stehen auf dem Programm.

Mehr als 30 Sängerinnen und Sängern aus drei Generationen proben bereits eifrig im Evangelischen Gemeindehaus der Gnadenkirche. „Ich hatte Lust dazu und freue mich auf den Kontakt mit den Waldensern!“, sagt Stankewitz über seinen Einsatz als Chorleiter. Zum Aufführungsprogramm gehören Weltliches und Geistliches populärer und traditioneller Art: Werke aus Barock und Romantik, Spirituals und Choräle.

Auch darauf freuen sich Henke, Silbernagel und Stankewitz: Vertreter der Stadt Wetzlar wie Kulturdezernent Jörg Kratkey und Karlheinz Kräuter als Vertreter des  Partnerschaftsdezernates werden ebenfalls am  Konzert in der Waldenserkirche „Chiesa Evangelica Valdese“ teilnehmen. Zudem sind Anfang Oktober auch der Frauenchor Cantemus Naunheim und das Junge Sinfonie-Orchester Wetzlar zur Partnerschaftsbegegnung in Siena unterwegs.

Als 1986 die Stadt Wetzlar mit Oberbürgermeister Walter Froneberg eine Partnerschaft mit der italienischen Stadt Siena einging, war auch Superintendent Theodor Preis sofort dabei. Der Wetzlarer Pfarrer setzte sich unter anderem für die Renovierung der „Chiesa Valdese“ und die Installierung einer Orgel ein. Zahlreiche Partnerschaftsbesuche, auch mit Pfarrkonventen, Jugend- und Gemeindefreizeiten und CVJM, fanden in den folgenden Jahren jeweils im Wechsel statt, wobei die Wetzlarer stets im Freizeithaus der Waldenser „Casa Cares“ in Reggello untergebracht waren. Superintendentin Ute Kannemann nahm 2007 am 20-jährigen Partnerschaftsjubiläum in Siena teil, als das Blockflötenquartett der Wetzlarer Musikschule mit Jugendlichen aus den Kirchenkreisen dort ein Konzert gab.

„Von dieser Minderheitenkirche können wir einiges lernen“, spielt Rüdiger Henke auf die Tatsache an, dass von 60 Gemeindegliedern der Waldenser jeden Sonntag rund 40 im Gottesdienst sind. Auch das sozialdiakonische Engagement und die Gastfreundschaft, die er bei den vergangenen Besuchen erlebt hat, haben bei ihm einen prägenden Eindruck hinterlassen. „Mir ist die Partnerschaft wichtig, weil ich die Herzlichkeit und die Offenheit der Menschen als sehr wohltuend erlebe, meint Pfarrer Christian Silbernagel. „ Mit geringer finanzieller Ausstattung leben die jahrhundertelang Verfolgten  fröhlich, verwurzelt in Gottesdienst und Bibel und so, dass andere auf sie aufmerksam werden.“

Weitere Informationen zur kreiskirchlichen Partnerschaft mit Siena gibt Referent für Gemeindedienst Rüdiger Henke, Tel. 06441 -4460340, gemeindedienst@jugendpfarramt.org, und zum Chorprojekt Jochen Stankewitz, Tel. 06403 – 925275.

 

 Waldenser

Die Waldenser sind nach ihrem Gründer, dem Kaufmann und Wanderprediger Petrus Valdes, der im 12. Jahrhundert lebte, benannt. Valdes kritisierte Missstände in der damaligen Kirche, übersetzte Teile der Bibel und plädierte mit seinen Anhängern für ein Leben in Armut. Die Waldenserbewegung schloss sich 1532 der Reformation calvinistischer Prägung an und gründete 1560 eine reformierte Kirche in den Cottischen Alpen. Über Jahrhunderte hinweg wurden die Waldenser  verfolgt und vertrieben und erlangten erst 1848 in Italien die bürgerlichen Freiheiten. „Lux lucet in tenebris“ – „Das Licht leuchtet in der Dunkelheit“ aus dem Johannesevangelium, Kapitel 1, Vers 5, lautet die Inschrift auf dem Wappen der Waldenser. Sie ist Zeichen dafür, dass ihre Anhänger Gottes Nähe auch in schweren Zeiten als Licht spüren.

Weitere Informationen unter www.waldenser.de.

bkl

 

 

 

 

 

 

Erste Probe: Der generationenübergreifende Projektchor übt mit Jochen Stankewitz für die Konzertreise anlässlich der 30-jährigen Partnerschaft des Kirchenkreises Wetzlar mit der Waldensergemeinde Siena.