Anderen zum Engel werden

Krippenausstellung in der Unteren Stadtkirche eröffnet:

Einen kleinen blauen Engel aus einer ihrer Krippen hatte die stellvertretende Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Wetzlar zur Eröffnung der Krippenausstellung in der Unteren Stadtkirche mitgebracht. Denn ein Engel spielte eine wichtige Rolle im Bibelwort des Tages. „Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!“ heißt es im ersten Kapitel des Lukas-Evangeliums, Vers 28 an Maria, die Mutter Jesu. „Engel sind Boten aus Gottes Welt, die zu uns sprechen“, sagte Alexandra Hans, die auch Gemeindepfarrerin in Wißmar ist. „Ohne Verkündigung an Maria hätten wir kein Gotteskind und keine dieser wunderbaren Krippen, nahm sie Bezug auf die Präsentation, die bereits zum dreizehnten Mal stattfindet und von der kreiskirchlichen Öffentlichkeitsarbeit und der Frauenarbeit getragen wird. „Diese Kunstwerke erzählen von Gottes Liebe zu seiner Welt.“ Botschaften von Engeln wie „Der Herr ist mir dir“ und „Fürchtet euch nicht“ gälten für die ganze Welt, erklärte die Theologin und rief dazu auf, Gottes Liebe und seinen Frieden weiterzugeben: „Seien Sie selbst diese Engel, die in Gottes Namen weitersagen ‚Fürchtet euch nicht!’“

Wer auf Entdeckungstour durch die Krippenausstellung im Kirchenschiff und im Kreuzgang der Unteren Stadtkirche geht, der wird nicht nur ein stattliche Sammlung der bekannten „Singer Engel“ finden, sondern auch zahlreiche „gute Botschafter“ unter den mehr als 70 Krippenszenen, die derzeit dort ausgestellt sind. Erfahrene Krippenausstellungs-Besucher werden Schaustücke auffinden, die jedes Jahr zu sehen sind, aber auch viele neue, die je ihre eigene Botschaft der Weihnachtsgeschichte vermitteln. So gibt es diesmal eine handgefertigte Krippe, die neben der Geburt drei weitere Szenen aus dem Leben Jesu zeigt: seine Taufe, die Begegnung mit dem Zöllner Zachäus und Christi Auferstehung. Auch Krippenschnitzer Heribert Wenzel, der schon seit mehreren Jahren seine Kunst am ersten Adventswochenende im Altarraum der Kirche zeigt, stellt in diesem Jahr neue Werke aus: beispielsweise eine Krippe in einem Korb sowie in einer Laterne. Mit manchen Ausstellungsstücken sind persönliche Erinnerungen verbunden, andere Künstler haben besondere Materialien verwendet: So können Besucher handgefertigte Figuren aus Speckstein bewundern.

Ein besonderes Schmuckstück ist auch die große Krippe aus der Kirche der Evangelisch-lutherischen St. Paulsgemeinde Allendorf/Ulm. Sie ist aus Figuren entstanden, die ein Künstler aus dem Erzgebirge geschnitzt hat. Pfarrer Sebastian Anwand hat sie gemeinsam mit Paul Schäfer im Altarraum eine Stunde lang aufgebaut. Daneben sind auch viele kleine Krippen zu sehen: in einer Nussschale, in einem Halbedelstein oder als Bronzeguss. Kinder werden ihre Freude nicht nur an einer der vielen Spielkrippen haben, wie beispielsweise am orangen sechszackigen Stern mit 24 kleinen Pappkartons, die jeden Tag eine neue Krippenfigur aus Holz präsentieren.

Die anschließende Eröffnung der Adventsmärkte auf dem Domplatz gestaltete der Wetzlarer Bläserkreis unter Leitung von Dietrich Bräutigam musikalisch. „Warum kann nicht jeden Tag Weihnachten sein?“ fragte Oberbürgermeister Manfred Wagner. Weihnachten sei das Fest der Liebe, hob er hervor und rief dazu auf, andere Menschen wertzuschätzen und zu achten. Professor Dr. Jan Freidank, Vorsitzender des Wetzlarer Stadtmarketings, hatte zuvor auf die gute Kooperation mit der Aktion „Kirche draußen im Advent“ hingewiesen. Assessorin Alexandra Hans, die im Namen der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar sprach, machte deutlich, dass Weihnachten mehr ist als Schneefall oder das Ringen um wirtschaftlichen Gewinn und Verlust: „In Jesus hat Gott den Menschen neu erzählen lassen, dass er Barmherzigkeit, Heil und Frieden in die Welt bringen will.“

Die Krippenausstellung ist geöffnet in der Zeit vom 30. November bis zum 17. Dezember – montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr sowie am Samstag und am Sonntag von 13 bis 19 Uhr. Am ersten Adventswochenende (Samstag, 28. und Sonntag, 29. November) präsentieren sich Schnitz- und Tonwerkstatt mit Heribert Wenzel und Arno Kelm. Der Eintritt zur Krippenschau ist frei. Um eine Spende für den Erhalt der Unteren Stadtkirche wird gebeten. Informationen zu weiteren Veranstaltungen und zur Gesamtaktion „Kirche draußen im Advent“ gibt es über das kreiskirchliche Öffentlichkeitsreferat, Uta Barnikol-Lübeck unter 06441/67109-15 oder www.kirchenkreise-braunfels-und-wetzlar.de.

bkl

Bild 1: Synodalassessorin Alexandra Hans hat die Krippenausstellung in der Unteren Stadtkirche eröffnet.

Bild 2: Die ersten Besucher entdecken die Vielfalt der Leihgaben von Krippen.

Bild 3: Der Wetzlarer Bläserkreis spielte bei der Eröffnung der Adventsmärkte am Dom.