Weihnachtsfeier für Alleinstehende

Heiligabend in der Hospitalkirche:

Mehr als 80 Gäste sind an Heiligabend zur Weihnachtsfeier für Alleinstehende in die Räume der Hospitalkirche in Wetzlar gekommen. Dort haben sie ein Zusammensein in gemütlicher Atmosphäre, mit weihnachtlicher Musik, einem geistlichen Akzent und festlichem Essen erlebt.

Einen herzlichen Dank richtete Andrea Weber, Verwaltungsangestellte der Diakonie Lahn Dill, bei ihrer Begrüßung an das achtköpfige Helferteam. Es sorgte für die Bewirtung der Gäste mit einem leckeren Mittagessen und Kaffeetrinken. „Das sind einsame Menschen“, sagte Weber, die anstelle von Geschäftsführer Mathias Rau die Feier moderierte, am Rande der Veranstaltung über die Gäste. „Wir möchten, dass sie ein schönes Weihnachtsfest haben.“ Einmal sei eine Dame aufgestanden und habe erzählt, dass sie es toll findet, dass die Diakonie diese Weihnachtsfeier macht. Hier hat sie nämlich das Gefühl, dazu zu gehören, schilderte Weber, die seit drei Jahren das Weihnachtsfest für Alleinstehende organisiert, die Situation.

So geht es auch Elisabeth Richter aus Wetzlar, die seit 17 Jahren verwitwet ist und deren Verwandte alle in Polen leben. „800 Kilometer sind zu weit zum Reisen“, sagt sie, „und hier bin ich nicht allein“. Ihre Sitznachbarin ist bereits zum dritten Mal gekommen: „Die Feier ist sehr schön gestaltet, und ich kenne auch schon einige Leute.“ Dass die Erfahrung, allein zu sein, die Menschen, die sich hier treffen, verbindet, finden beide wichtig. Eine Bekannte habe ihn eingeladen, sagt ein 49-Jähriger, der zum ersten Mal da ist. Er fühlt sich ebenfalls sehr wohl hier und will im Anschluss unbedingt noch den Weihnachtsgottesdienst in der Hospitalkirche besuchen.

Die Andacht hatte Pfarrerin i.R. Marion Kunz gemeinsam mit Claudia und Kurt Söhngen aus Braunfels gestaltet. Während Kurt Söhngen die Weihnachtsgeschichte  aus dem Lukasevangelium, Kapitel 2, Verse 1 bis 20 verlas, legten Claudia Söhngen und Marion Kunz dazu das Bild einer mittelalterlichen Krippenszene aus. Die Hirten, die in einer kalten und staubigen Umgebung leben mussten, hätten nicht zur Gesellschaft gehört, stellte Kunz fest. Etliche Menschen hier empfänden genauso: „Es gibt viel soziale Kälte in unserer Welt.“ Das konnte auch ein 56-jähriger aus Wetzlar, der zum zweiten Mal dabei war, bestätigen: „Die Leute werden immer ärmer. Deshalb ist es gut, dass die Diakonie so etwas hier anbietet. „Ich bin allein, und hier ist es schön, es ist super!“

Das Altersspektrum der Teilnehmenden ist weit gefächert. Zwischen 25 und Ende 80 Jahren sind die Menschen in der Regel alt, die die Weihnachtsfeier für Alleinstehende besuchen. Es gab aber auch schon einen 96-jährigen Gast. Rund die Hälfte der Besucher sind Stammgäste.

Weihnachtliche Lieder trug Yvonne Hofmann vor. Die Hochzeits- und Eventsängerin aus Wetzlar erinnerte dazu mit dem „Hallelujah“ von Leonard Cohen an den in diesem Jahr verstorbenen Korneli Georgiev. Viele Jahre hatte der beliebte Musiker die Weihnachtsfeier am Keyboard begleitet.

bkl

Mehr als 80 Menschen haben Weihnachten im Gemeinderaum der Hospitalkirche gefeiert. Liedvorträge gab es von Yvonne Hofmann, während Andrea Weber (oben,r.) die Moderation übernahm.