Türen für den Dialog öffnen

Hamacher und Mähling als Pfarrerinnen an Wetzlarer Berufsschulen eingeführt:

Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der Wetzlarer Kreuzkirche hat  Roland Rust, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Braunfels, Gabriele Hamacher und Johanna Mähling in ihre Ämter an der Werner-von-Siemens-Schule und an der Theodor-Heuss-Schule eingeführt. Die Liturgie zum Eingang am dritten Adventssonntag gestaltete dabei der Wetzlarer Superintendent Jörg Süß, Pfarrerin Cornelia Heynen-Rust (Biskirchen) sowie Schulreferent Michael Lübeck übernahmen als Assistenten Lesungen.

Dass nicht nur der Lehrstoff, sondern auch die Schülerinnen und Schüler mit je ihren Erwartungen und Erfahrungen in Bezug auf Gott und den Glauben im Mittelpunkt des Unterrichtes stehen, wurde in der von beiden Pfarrerinnen gemeinsam gehaltenen Predigt deutlich. Zugrunde lag der Bibeltext aus dem Römerbrief des Apostels Paulus, Kapitel 15, Verse 5 bis 13. „Wie begegne ich diesen ganz unterschiedlich geprägten jungen Leuten?“ fragte Johanna Mähling, die nicht missionieren, sondern den Schülern erzählen will, was sie selbst trägt. „Diese Haltung öffnet Türen für den Dialog und ein friedliches Miteinander, im dem jeder respektiert und akzeptiert wird.“  „Ich darf zuhören und fragen“, nahm Gabriele Hamacher den Faden auf. Wichtig ist ihr auch, dass die jungen Erwachsenen etwas vom Zusammenhang der Religionen Judentum, Christentum und Islam erfahren, die an einen Gott glauben. „Ist Religion überholt?“ fragte sie. „Oder eine Quelle, in der ich Antworten auf die Frage nach dem Sinn meines Lebens finden kann?“

Johanna Mähling und Gabriele Hamacher sind die ersten Frauen als Pfarrerinnen an beruflichen Schulen in Wetzlar. Die 32-jährige Mähling hat bereits während ihres Vikariates in der Kirchengemeinde Wetzlar an der Theodor-Heuss-Schule unterrichtet bevor sie im nachfolgenden Probedienst je zur Hälfte in den Kirchengemeinden Odenhausen und Salzböden sowie in der Flüchtlingsarbeit der Diakonie Lahn Dill tätig war. Hamacher, 54 Jahre alt, war zunächst Gemeindepfarrerin in Bergneustadt im Bergischen Land und in den letzten 12 Jahren Pfarrerin am Berufskolleg in Gummersbach-Dieringhausen.

Mehr als 100 Menschen waren gekommen, um die neuen Schulpfarrerinnen, die bereits seit dem 1. August, beziehungsweise dem 1. Dezember im Dienst sind und in Bonbaden und Wetzlar wohnen, zu begrüßen und ihnen für ihren Dienst Gottes Segen zu wünschen. Darunter waren neben Vertretern aus Schule, Kreissynodalvorstand, Pfarrkollegium und Familie auch zahlreiche Gemeindeglieder.

Beide Pfarrerinnen stünden vor einer doppelten Herausforderung, so Superintendent Rust in seiner Ansprache über Jesaja, Kapitel 40, Verse 3 und 10. Sie müssten sich in die Lebenswelt junger Leute hineindenken und gleichzeitig elementar über ihren eigenen Glauben Auskunft geben. Dabei lade die Ankunft Christi in der Welt  zum Aufatmen ein.  „Engagement und Durchatmen sollen täglich durch die Schulen ziehen. Ihr beide dürft dabei sein.“, sagte er Mähling und Hamacher zu.

Mitgestaltende des Gottesdienstes waren auch Evelyn Benner, Schulleiterin der Theodor-Heuss-Schule und Michael Diehl, Schulleiter der Werner-von-Siemens-Schule. Sie sprachen neben weiteren Weggefährten Segensworte und Fürbitten. Der Bläserkreis Dutenhofen unter Leitung von Christoph Kraft und Kirchenmusikdirektor i.R. Joachim Eichhorn an der Orgel begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

Zu Anfang hatte Christel Janfrüchte vom Bezirksausschuss die Anwesenden herzlich begrüßt. Superintendent Süß moderierte den anschließenden Empfang, bei dem die hohe Qualität der Zusammenarbeit zwischen der evangelischen Kirche und den beruflichen Schulen in Wetzlar deutlich wurde. Die Schulleiter Evelyn Benner und Michael Diehl freuten sich zudem über die fachliche, soziale und menschliche Kompetenz von Johanna Mähling und Gabriele Hamacher. “Wir setzen einen für unsere Schulentwicklung wichtigen Baustein fort“ so Michael Diehl und Evelyn Benner ergänzte: „Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, mündige Christen zu erziehen.“ Mit dem Appell, für sich selbst zu sorgen, um hilfreich für die Schüler da sein zu können, machte Schulreferent Michael Lübeck den beiden Pfarrerinnen Mut, bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe dem Leben entgegen zu gehen.

bkl

Zahlreiche Vertreter aus Schule und Kirche hatten sich am 3. Advent zusammengefunden um den Gottesdienst anlässlich der Einführung von Schulpfarrerin Johanna Mähling (7.v.l.) und Schulpfarrerin Gabriele Hamacher (6.v.r.) zu gestalten und den beiden Worte des Segens zuzusprechen.