Vorstellung mit Interview: die Pfarrer Joachim Grubert (l.) und Christoph Schaaf (r.) mit dem Prediger im Gottesdienst, Pfarrer Gerold Vorländer.

Mut machen statt jammern

„Treffpunkt Altenberg“ im Zeichen des Reformationsjubiläums.

Ganz im Zeichen des 500-jährigen Reformationsjubiläums stand in diesem Jahr der „Treffpunkt Altenberg“, traditionell am Sonntag Trinitatis, dem ersten Sonntag nach Pfingsten, begangen. Dabei hatten mehr als 500 Christen aus Kirchengemeinden, Gemeinschaften, CVJM und Königsberger Diakonie den Weg zum Klostergelände gefunden, wo sie auf der großen Wiese Gottesdienst feierten und ein Luther-Konzert hörten. Grußworte am zweiten Tag des Reformationsfestes auf dem Altenberg unter der Überschrift „Vergnügt, erlöst, befreit – so geht evangelisch“ sprachen Pfarrer Jörn Contag für die Königsberger Diakonie, sowie die Professorinnen Irina Bezukladova und Tatjana Osadtschaja von der Dershavin-Universität Tambow im Rahmen der deutsch-russischen Jugendbegegnung. Pfarrer Christoph Schaaf (Krofdorf) überbrachte Grüße des Wetzlarer Superintendenten Jörg Süß. Die Liturgie mit Psalmen und Gebeten gestalteten weiterhin Roland Rust, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Braunfels, Pfarrer Joachim Grubert (Reiskirchen), Eckart zur Nieden (Niederbiel), und Pfarrerin Kirsten Vollmer (Bonbaden). Der CVJM-Posaunenchor Waldgirmes unter Leitung von Kreisposaunenwart Christian Reinstädtler und der vor zwei Jahren gegründete Lahn-Dill Worship-& Gospelchor mit Band unter Leitung von Jochen Rieger sorgten für eine ansprechende musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Im „Kindertruck“ gab es ein eigenes Programm für die Jüngsten.

Eine Mutmachgeschichte erzählte Pfarrer Gerold Vorländer mit seiner schrittweisen Auslegung des Bibeltextes aus der Apostelgeschichte, Kapitel 12, Verse 1 bis 19. Hier wird die Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis durch einen Engel beschrieben. Die ersten Christen hätten damals erlebt, wie ihr fortwährendes Beten erhört worden sei, ohne dass sie es erwartet hätten. „Evangelisch bedeutet für mich eine fröhliche Gelassenheit“, sagte der Leitende Missionarische Mitarbeiter der Berliner Stadtmission. Er verwies auf Flüchtlinge in seiner Gemeinde, die in ihren Gottesdiensten statt zu jammern beteten und Mutmachgeschichten von Jesus erzählten. „Der Glaube an Jesus, der durch den Tod gegangen ist, schenkt eine große Gelassenheit, gerade mit den größten Schwierigkeiten klar zu kommen.“

Weiter ging es mittags mit dem musikalischen Luther-Porträt, das Siegfried Fietz (Keyboard, Akkordeon, Gitarre), Oliver Fietz (Keyboard und Percussion) und Gerhard Barth (Bass) präsentierten. Die Musik dazu stammt von Siegfried Fietz, die Texte von Jürgen Werth. Ein 40-köpfiger Projektchor, die Mitglieder vorwiegend aus Münchholzhausen und Dutenhofen mit Pfarrer Michael Philipp, hatte sich ein halbes Jahr lang auf den Auftritt vorbereitet. „Bruder Martinus“ beschäftigt sich inhaltlich mit den großen theologischen Themen, die Luther bewegten, insbesondere mit der Frage: „Und wie bekomm ich einen gnädigen Gott?“ So lautet auch der Titel des entsprechenden Liedes. Gleichzeitig stehen Erfahrungen seines persönlichen Lebens und mit seiner Familie im Mittelpunkt: das Gewittererlebnis bei Stotternheim, das ihn zum Mönch werden ließ, die Begegnung mit seiner späteren Frau Katharina von Bora und die Verzweiflung nach dem Tod der kleinen Tochter Elisabeth. Bemerkenswert auch die Beschreibung der zwiespältigen Beziehung Luthers zu seinem Vater, klanglich ausdrucksstark von den Instrumentalisten und vom Projektchor dargestellt. Während Oliver Fietz den jungen Luther sang, intonierte Siegfried Fietz den älter gewordenen Reformator. Mit Luthers Abendsegen und viel Beifall für die Musiker und den Chor, der anderthalb Stunden in der prallen Sonne ausgeharrt und dabei eine starke klangliche Leistung gebracht hatte, endete das Reformationsfest auf dem Altenberg.
bkl

  • Bild 1: Vorstellung mit Interview: die Pfarrer Joachim Grubert (l.) und Christoph Schaaf (r.) mit dem Prediger im Gottesdienst, Pfarrer Gerold Vorländer.
  • Bild 2: Im Gottesdienst mitgewirkt haben auch (vorne, v.l.): Pfarrer Jörn Contag, Pfarrer Christoph Schaaf, Superintendent Roland Rust und Pfarrer Gerold Vorländer (vorne, r.).
  • Bild 3: „Bruder Martinus“, ein musikalisches Luther-Porträt, bildete den Abschluss des Reformationsfestes auf dem Altenberg.