Kartoffeln und Kastanien als Symbole für den Dank

Die Kartoffel und die Kastanie als Symbole für den Dank an Gott haben die Mitarbeiter beim Erntedankgottesdienst in Hüttenberg verteilt. Fast 300 kleine und große Besucher waren beim ersten Gottesdienst im Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins gekommen. Pastor Christian Lindner von der Evangelischen Freien Gemeinde und Pfarrerin Astrid Eichhorn von der evangelischen Kirchengemeinde erläuterten in einer Dialogpredigt den Sinn der beiden Früchte. Die Kartoffel stehe für die Lebensmittel, die üblicherweise am Erntedankfest im Mittelpunkt stehen. Die Ernte sei mit viel Arbeit verbunden, brauche aber auch den Segen Gottes, so Lindner. Die Kartoffel sei das Symbol für alles, was dem Menschen gut tut, so Pfarrerin Eichhorn. Dazu zählte sie die Familien und Freunde, Zuwendung oder das Gefühl, gemocht zu werden.Im Gottesdienst, den etwa ein Drittel der Besucher in einem Zelt, der Rest im Freien verfolgen konnten, gab es etliche musikalische Beiträge vom Kinderchor- und dem Jugendchor der Evangelisch Freien Gemeinde sowie vom Singkreis unter Leitung von Walter Velten und Susanne Redmer. Die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Monika Ehsmann, freute sich, dass es gelungen war, die katholische Kirchengemeinde, die evangelischen Kirchengemeinden Hochelheim und Hörnsheim, die Evangelisch Freie Gemeinde Hüttenberg und die Chrischona-Gemeinde Hörnsheim in die Vorbereitung einzubinden. Ihr Vorgänger Johann Heinrich Eckhardt hatte die Idee des Erntedankfestes vom Obst- und Gartenbauverein Großen-Linden mitgebracht.

Im Wetzlarer Dom stand das Thema Brotvermehrung im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Die Besucher waren eingeladen, auf Zetteln, auf denen ein Brot abgebildet war, ihre persönliche Ernte des Jahres zu notieren, also Dinge, die sie dankbar empfangen haben. Diese „Brote“ werden eingesammelt und auf dem Altar zu den Erntegaben gelegt. Jungscharkinder hatten selbstgebackenes Brot mitgebracht, das dann beim Abendmahl verteilt wurde. Pfarrer Björn Heymer sagt, dass es bei Gott auch Dinge gebe, die man nicht erklären kann und muss, die einfach so passieren. So wie in Markus 8 zu lesen ist, dass Jesus das Brot so vermehrt, dass es für alle reichte. „Glaube geht über das Verstehen und Wissen hinaus. Er zeigt sich im Vertrauen darauf, dass Gott gut für seine Leute sorgt“.

Ein volles Gotteshaus hatte Pfarrer Martin Reibis in der evangelischen Kirche in Aßlar. Über 200 Besucher feierten den Gottesdienst gemeinsam mit der evangelischen Kindertagesstätte Regenbogen. Sie weihte im Rahmen der Feier ihr neues Tipi ein, das der Häkelkreis, Großmütter und andere Helfer aus Wolle gefertigt hatten. Insgesamt 1300 quadratische Häkelwerke wurden miteinander zu einem Zelt der Kulturen zusammen gefügt. Pfarrer Reibis sagte, Gott der Schöpfer gebe alles, was der Menschen zum Leben brauche. Dafür sollten die Besucher dankbar sein. Reibis erinnerte auch an die Renovierung des Kirchturms in den letzten Monaten, die nun abgeschlossen ist. Er sei an diesem Tag auch dankbar für die Kirche, die für Identität, Heimat und Werte stehe. Es tue gut zu wissen, Gott ist da. Reibis überreichte jedem, der ein dankbares Ereignis nennen konnte, eine Erbse. Wer dies über Tage mache, sei abends erstaunt, wie viel Dankbares er erlebt habe.

Pfarrer Hans-Jörg Ott in Solms-Oberndorf konnte auch ein volles Gotteshaus wahrnehmen. Der Erntedankgottesdienst war zugleich Abschluss eines Schöpfungstages, den er mit den sieben Konfirmanden durchgeführt hatte. Er ermutigte die Besucher zum bewussteren Umgang mit der Schöpfung und Dankbarkeit für all die Gaben, die Gott schenkt. Die Konfirmanden hatten zum Thema geknetet und gebastelt und stellten ihre Ergebnisse in der Kirche aus.

lr