“Ich habe einen Traum”

643 Jugendliche lassen sich in diesem Jahr konfirmieren:

643 evangelische Jungen und Mädchen bereiten sich in diesem Jahr in der Region an Lahn und Dill auf ihre Konfirmation zwischen Ostern und Pfingsten vor. Im Rahmen von Unterricht, Freizeiten und Seminaren möchten die Kirchengemeinden den 315 Jungen und 328 Mädchen Wege zum Glauben und zu Halt und Orientierung im Leben öffnen.

Die Kirchengemeinde Biskirchen beispielsweise bietet den Jugendlichen regelmäßig  insgesamt zwei Freizeiten an. „Die erste findet gleich zu Beginn der Konfirmandenzeit statt“, berichtet Pfarrerin Cornelia Heynen-Rust: „Die Jungen und Mädchen kennen sich schon zum Teil, besuchen aber auch verschiedene Schulen. Die Freizeit trägt dann auch dazu bei, sich kennen zu lernen.“ Der aktuelle Jahrgang hat diese Freizeit im letzten Sommer beim Konficamp zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in Wittenberg verbracht. Gemeinsam mit 50 weiteren Jugendlichen aus Gemeinden der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar haben sie an einem der elf Camps mit insgesamt 15.000 Jugendlichen teilgenommen. Das theologische Herzstück der Reformation, dass jeder Mensch mehr ist als das, was er leistet, stand im Mittelpunkt von zahlreichen Aktionsangeboten, Gottesdiensten und Workshops.

Zu einer zweiten Freizeit finden sich die Konfirmanden regelmäßig kurz vor der Konfirmation zusammen, wenn es darum geht, den Vorstellungsgottesdienst vorzubereiten. So haben elf Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Biskirchen und Bissenberg kürzlich eine intensive Zeit in der Jugendherberge Limburg erlebt. Unter Leitung von Roland Rust, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Braunfels, der die erkrankte Pfarrerin Cornelia Heynen-Rust vertrat, stand das Thema „Traum“ im Mittelpunkt. Den Leitgedanken für den Gottesdienst, in dem sie sich ihrer Gemeinde vorstellen, hatten die Jugendlichen selbst gewählt.

„Es macht ihnen mehr Freude, wenn sie sich das Thema selbst aussuchen können“, sagt Pfarrerin Heynen-Rust und betont gleichzeitig: „Das Thema ‚Traum’ hatten wir bisher noch nicht.“ In Limburg haben die Jugendlichen ihre Gedanken und Ideen dazu gesammelt und einander vorgestellt. Um den Traum von der eigenen Zukunft ging es dabei. Darum, dass Menschen ihre Träume ernst nehmen und sie als Ziel verfolgen sollten. Und dass sich manchmal auch „verrückt“ erscheinende Träume erfüllen können.

„Dass wir ein glückliches Leben haben und gesund bleiben, unter Gottes Hand“, ist der Traum eines Konfirmanden. Und eine Jugendliche wünscht sich „dass wir in 50 Jahren bei unserer Goldenen Konfirmation noch alle da sind und sie zusammen feiern können“. Wie sieht mein Traum von der Zukunft der Welt aus?“ fragten sich die Jungen und Mädchen außerdem und hörten dazu Auszüge aus der berühmten Rede, die Martin Luther King vor 55 Jahren hielt. Unter dem Leitwort „Ich habe einen Traum“ geht es hier um die Aufhebung von Rassenunterschieden, um Freiheit und Gerechtigkeit und damit auch um heute ganz aktuelle Themen.

Bibeltexte aus dem Alten und dem Neuen Testament, in denen Träume eine wichtige Rolle spielen, wurden in Kleingruppen bearbeitet und bildlich dargestellt. Da ging es beispielsweise um Jakobs Traum von der Himmelsleiter, um den Traum von einem Friedensreich durch den Propheten Jesaja oder um die Träume von Josef und den Weisen aus dem Morgenland wie sie in der Geburtsgeschichte Jesu zu finden sind.

Im Rahmen der Freizeit haben die Jugendlichen auch ihre Konfirmationssprüche festgelegt  und dabei überlegt, warum ihnen gerade dieser Vers aus der Bibel besonders wichtig ist und was er für ihr Leben bedeutet.

Nach den Osterferien geht es für die Konfis noch einmal ums Ganze: Dann werden sie mit Pfarrerin Cornelia Heynen-Rust die Materialien aus der Freizeit sichten und den Gottesdienst in allen Einzelheiten gemeinsam vorbereiten. Man darf also gespannt sein: Am 22. April ist es dann um 10 Uhr in der Evangelischen Kirche Biskirchen soweit  bevor die Jugendlichen eine Woche später zur Konfirmation gehen.

 

Stichwort „Konfirmation“

Bei der Konfirmation bekräftigen (lateinisch: „confirmare“) die Jugendlichen das stellvertretende Versprechen ihrer Eltern und Paten bei der Taufe: dass sie ihr Leben als Christen führen wollen. Dabei begleiten sie ein Bibelwort und der Segen, der ihnen im Konfirmationsgottesdienst zugesprochen wird. Rückenstärkung für das Leben im Alltag schenkt auch das gemeinsam gefeierte Abendmahl.

Die konfirmierten Jugendlichen, die nun mündige Mitglieder ihrer evangelischen Kirche sind, dürfen ein Patenamt übernehmen und den Kirchenvorstand, in der rheinischen Kirche das Presbyterium, wählen.

bkl

Bild 1: Fünf verschiedene Bibeltexte, in denen Träume eine Rolle spielen, haben Jugendliche aus Bissenberg und Biskirchen bei der Konfifreizeit in Limburg bildlich dargestellt.

Bild 2:  Mit den sogenannten „Seligpreisungen“ aus der Bergpredigt haben sich Natalia und Xenia intensiv beschäftigt und die Aussagen Jesu in einem „Traum-Bild“ auf Plakat festgehalten.