Der Hoffnung eine solide Grundlage geben

Claudia Konnert als neue Pfarrerin in Odenhausen und Salzböden eingeführt:

Herzlicher Empfang: Claudia Konnert ist  in der Evangelischen Kirche Salzböden mit einem festlichen Gottesdienst, an dem auch der Lollarer Bürgermeister Bernd Wieczorek teilnahm, als neue Pfarrerin der Kirchengemeinde Odenhausen/Salzböden begrüßt worden. Die Einführung nahm Superintendent Jörg Süß unter Assistenz von Pfarrerin Esther Wagner (Launsbach) und Prädikantin Anneliese Meusel (Salzböden) vor.  Segensworte und Gebete, die der neuen Pfarrerin Kraft und Ermutigung für ihren Dienst zusprachen, bildeten einen zentralen Teil des Gottesdienstes.

Schon bei ihrer Vorstellung seien alle überzeugt gewesen, dass  Claudia Konnert die Richtige für die Stelle sei, sagte Anneliese Meusel, die selbst zahlreiche Dienste für die Kirchengemeinde in der Vakanzzeit übernommen hatte, in ihrer Begrüßung. Und, mit einem Augenzwinkern: „Sie sind ein Goldfisch. Und jetzt haben wir Sie, Sie aber auch uns!“ Dies werde eine gute Zusammenarbeit zum Wohl der Gemeinde, zeigte Meusel sich zuversichtlich.

Die Theologin, die seit dem 1. September in der Evangelischen Kirchengemeinde Odenhausen/Salzböden ihren Dienst mit einem Umfang von 75 Prozent versieht,war zuletzt Schulpfarrerin in Jülich und Wassenberg. Sie gab dort Religionsunterricht an einem Gymnasium und an einer Gesamtschule. Ihre erste eigene Pfarrstelle hatte Claudia Konnert 2003 in der Evangelischen Kirchengemeinde Brünen im Kirchenkreis Wesel übernommen. 2012 wechselte die Seelsorgerin zur Kirchengemeinde Jülich, wo sie zusätzlich stundenweise an einem Gymnasium Religionsunterricht erteilte und ab 2015 ein volles Schulpfarramt übernahm. Ihr Anliegen war nun, wieder Pfarrerin für eine Gemeinde zu sein. Ihre Erfahrungen im Konfirmandenunterricht, in Schul- und Jugendgottesdiensten sowie in generationsübergreifenden Projekten möchte die 46-Jährige in der Kirchengemeinde Odenhausen/Salzböden einbringen.

Die Macht der Hoffnung war zentrales Thema der Predigt von Pfarrerin Konnert. Sie hatte dafür Vers 116 aus Psalm 119 ausgewählt. Die übertriebene Zuversicht einer Kandidatin bei „Wer wird Millionär“, die sich vor der Show bereits ein neues Haus angeschaut hatte, stellte sie dabei der Hoffnung einer Frau gegenüber, deren Angehöriger nach einem Herzinfarkt auf der Intensivstation lag. Die Seelsorgerin überlegte diesbezüglich, ob Hoffnung nicht mehr sei als die mathematische Summe von Wahrscheinlichkeiten. Wer sich wahre Hoffnung bewahre, habe eine Energiequelle angezapft und könne über den Tellerrand der Verzweiflung schauen. „Aber oft unterschätzen wir die Macht der Hoffnung und legen damit ein wichtiges Lebenspotential lahm.“ Doch diese Hoffnung brauche eine Grundlage im Vertrauen auf  Gott und im Glauben an ihn, erklärte die Theologin: „Denn beim Hoffen und Beten spüre ich, dass ich nicht wehrlos meinem Schicksal ausgeliefert bin.“

Ermutigung für ihre neue Aufgabe gab es für Claudia Konnert auch bei der Ansprache von Superintendent Süß, der den mehr als 90 Gottesdienstbesuchern einen Teil der Bekehrungsgeschichte des Apostels Paulus aus der Apostelgeschichte, Kapitel 9, Verse 1 bis 17 erzählte. Hier zeige sich am Beispiel des Hananias, dass Leute „aus der zweiten und dritten Reihe“, zu denen er auch Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Superintendenten zählt, für den Fortgang der Geschichte Gottes unverzichtbar seien, legte der Theologe dar. Hananias sei den meisten als biblische Figur nicht so bekannt wie beispielsweise Abraham, Mose oder Petrus. Dennoch habe er bei der Kehrtwende des Paulus eine ganz wichtige Aufgabe gehabt, als er dem Apostel auf Gottes Wort hin die Hände auflegte, sodass er wieder sehen konnte und vom Heiligen Geist erfüllt wurde.

Für einen festlichen musikalischen Rahmen sorgte Julian Weber an der Orgel.

Mit zahlreichen Blumensträußen, Geschenken und weiteren guten Worten wurde die neue Pfarrerin bei der Nachfeier im Gemeindehaus Odenhausen bedacht. Hier grüßte Norman Speier im Namen des Presbyteriums, Ursula Rollshausen für die Ortsbeiräte Salzböden und Odenhausen sowie Pfarrerin Alexandra Hans (Wißmar) für die Region Ost und als Assessorin für den Kirchenkreis Wetzlar. Mit dem Hinweis darauf, dass von den fünf Pfarrstellen in der Region nun vier von Frauen bekleidet werden, überreichte Alexandra Hans Claudia Konnert einen Strauß mit fünf Sonnenblumen. Pfarrerin Esther Wagner (Launsbach), die mehr als zwei Jahre lang die Vakanzverwaltung der Pfarrstelle innehatte, dankte Speier ebenfalls mit einem Blumenstrauß für ihren tatkräftigen Einsatz.

bkl

 

Bild 1: Mit Claudia Konnert hat Superintendent Jörg Süß die erste Frau in ein Pfarramt für die Dörfer Odenhausen und Salzböden eingeführt.

Bild 2: Norman Speier sprach ein Grußwort für das Presbyterium.

Bild 3: Den „Regionengruß“ überbrachte Pfarrerin und Assessorin Alexandra Hans.

Bild 4: Blumen gab es auch von Ursula Rollshausen im Namen der Ortsbeiräte Salzböden und Odenhausen.