Burkinischer Joel Bazie beeindruckte in Wetzlar

Acht Tage lang stattete der 22- jährige Joel Bazie aus Ouagadougou Wetzlar und Heidi Stiewink, TIKATO- Vorsitzende, einen Besuch ab. Der Sohn des Direktors von ODE (Entwicklungsbüro der evangelischen Kirchen in Burkina Faso) studiert „Internationales Projektmanagement“ in Brest (Frankreich). Den Bachelor in „Kommunikation in Organisationen“ hat er schon in der Tasche. In 2016 war Joel Bazie mit seiner Schwester Adonija Bazie und dem Cousin Eldad Kabore als musikalisches Trio in dem Konzert “Weite wirkt“ in der Kreuzkirche und hatte in manchen Kirchengemeinden nicht nur musikalische Spuren hinterlassen.

So wollte er unbedingt nochmals nach Wetzlar kommen und auch die TIKATOgruppe besuchen. Er war sehr neugierig auf Begegnungen, zu denen er im Vorjahr keine Zeit gehabt hatte.

Für die Tikatoleute war es interessant, mal einen jungen Vertreter aus Burkina Faso als Gesprächspartner, zum Beispiel beim Treffen in Niederwetz bei Georg und Heike Schiller zu haben.

Das empfand auch Petra von Schenk, Wirtin in der Bunten Katze und immer am Ohr der Burkina Faso -Partnerschaft. In den Gesprächen nahm immer sehr die veränderte Situation der Generationen von Großeltern, Eltern und Joel mit Geschwistern einen großen Raum ein: Joels Vater wurde noch in einer Rundhütte in einem sehr armen Dorf geboren. Sein Vater wurde damals gezwungen, ihn in die Schule zu schicken (Frankreich als Kolonialmacht führte damals die Schulpflicht ein)—bis dahin hatte er traditionell die Zügen gehütet.

Auch die mehr als 60 BesucherInnen des öffentlichen Abends in der Kreuzkirche waren sehr überrascht und beeindruckt von der Kompetenz und Souveränität von Bazies Vortrag „Burkina Faso aus junger Sicht“. Die Gastfreundschaft der Kreuzkirchengemeinde wurde durch ganz besonderes Engagement und Herzlichkeit von Presbyterin Dorothea Heun dokumentiert. Pfarrer und Superintendent Jörg Süß hatte TIKATO hierher eingeladen.

Ihm begegnete Joel auch in der Magdalenenkirche beim Silvestergottesdienst. Die familiäre Atmosphäre in der kleinen Kirche beeindruckte den Burkinabé, ist er doch in Burkina viel Wirbel mit Tanz und Musik im Gottesdienst, vor allem Silvester gewohnt. Allerdings erlebt er in der evangelikalen Gemeinde in Brest auch eher Stille als Lebendigkeit. Silvester…Jahreswechsel in Wetzlar: Joel Bazie war mit Heidi Stiewink bei Ehepaar Ingrid und Martin Knell eingeladen. Vom Geiersberg aus konnte Joel erstmals ein 30-minütiges Feuerwerk erleben. Und ein Glas Sekt aufs neue Jahr trinken–eine ihm bis dahin unbekannte Tradition.

Einer der weiteren Höhepunkte war der Besuch mit Wilhelm Wilmers und Heidi Stiewink im Limburger Dom und die Betrachtung der besonders schönen und alten Fachwerkhäuser in Limburg.

Ein junges TIKATOmitglied, Bettina Krämer, kochte ein deutsches Traditionsgericht für Joel und nahm ihn mit in einen irischen Pub—das gefiel Joel sehr.

Die Wetzlarer Altstadt an sich, die „Reste“ des Weihnachtsmarktes, Erzählungen von der Krippenausstellung, Betrachtung von Krippen aus Deutschland und Burkina Faso in den Häusern von TIKATOmitgliedern, die Gespräche mit syrischen, albanischen und iranischen Geflüchteten…mit diesen Erinnerungen im Gepäck macht sich Joel nun wieder auf per Zug an die Atlantikküste. Und vertieft sich in das Management von Projekten, von deren Kleinarbeit er hier bei TIKATO einiges gelernt hat.

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Bild 1: Vortrag “Burkina Faso aus junger Sicht”: Im Hintergrund ist Etienne Bazie mit seiner Mutter in der Rundhütte in ihrem Zuhause in Burkina Faso zu sehen.

Bild 2:  Silvester nahmen Joel Bazie und Heidi Stiewink am Gottesdienst in der Magdalenenkirche mit Pfarrer und Superintendent Jörg Süß teil. Joel Bazie wurde auch von der Gemeinde in die Mitte genommen