Bilder von Gott, bunt wie ein Regenbogen

10. Konfitag des Kirchenkreises Braunfels:

Bereits zum zehnten Mal hat der Evangelische Kirchenkreis Braunfels zu seinem inzwischen etablierten „Konfitag“ eingeladen. „Gottesbilder – Bilder von Gott“ lautete das Thema. Das Jugendevent, das jeweils am ersten Samstag nach den Sommerferien auf dem Gelände des Paul-Schneider-Freizeitheims bei Dornholzhausen stattfindet, erfreut sich nicht nur bei Konfirmandinnen und Konfirmanden, sondern auch beim engagierten Mitarbeiterteam und den vielen Ehrenamtlichen, die am Vormittag zum Thema passende Gesprächsgruppen in den Pavillons auf der großen Wiese anbieten, wachsender Beliebtheit. Rund 340 Konfis aus 30 Kirchengemeinden waren es diesmal, die bei herrlichem Sommerwetter einen Tag mit besinnlichen, spannenden und aktionsreichen Stunden verbrachten.

Im Gottesdienst wurde zunächst das Gebot, sich kein Bild von Gott zu machen und die Geschichte vom Goldenen Kalb aus dem 2. Buch Mose, Kapitel 20 bis 32, aufgegriffen, erzählt von Diakon Julian Gick und liturgisch begleitet von Tanzpädagogin Pippa Brück. Für die humorvolle Seite sorgte dabei Diakon Stefan Zeiger als engagierter Hausmeister, während die Band „School of Rock“ mit sechs Jugendlichen im Konfirmandenalter und Gemeindepädagoge Thomas Fricke dynamisch die musikalische Begleitung präsentierte.

Richtungweisende Anregungen zum Thema, verbunden mit einem Augenzwinkern, gab es dann im von der Nauborner Jugend mit Dirk Thomas eingeübten Musical. In ihrem „Gottes-Bilder-Laden“ bietet Thea Gottfried verschiedene Bilder von Gott an. Irgendeine Vorstellung hat ja jeder, der sich mit ihm beschäftigt, von Gott. Die Besucher dürfen sich ein Bild aussuchen und setzen sich dabei mit je ihrem Gottesbild auseinander. „Bilder von Gott, bunt wie ein Regenbogen zum Suchen und Finden, wir laden dazu ein“, hieß es in einem Lied.

Welches Bild Gott von den Menschen hat, beziehungsweise, wie diese sich in seinem Sinne so verhalten können, dass die Welt lebenswerter wird, darum ging es in den 16 Gesprächsgruppen auf der großen Pavillonwiese. Verantwortliche des Kinder- und Jugendtelefons Gießen, auch bereits zum zehnten Mal dabei, machten deutlich, wie wichtig Einfühlungsvermögen und Zuhören können bei diesem kostenlosen und anonymen Beratungsangebot sind. Andere Gruppen hatten die Tafelarbeit, die Flüchtlings- und Notfallseelsorge oder die Arbeit der kreiskirchlichen Partnerschaften zum Inhalt.

Mit ihren 20 ehrenamtlich engagierten jungen Leuten aus den Kirchengemeinden Blasbach und Hohensolms konnte allein Diakonin Ortrud Pinschmidt nach einem köstlichen, vom Küchenteam zubereiteten Mittagessen, am Nachmittag rund die Hälfte der 20 Workshops anbieten. Sie gaben den Jugendlichen Gelegenheit, sich kreativ zu betätigen, beim Lebkuchen verzieren, Sandflaschen gestalten oder Freundschaftsbänder flechten. Sportangebote wie Jugger, Hockey oder Bogenschießen gab es für die bewegungsfreudigeren Jugendlichen.

Im Jahr 2008 von Superintendent Roland Rust in Kooperation mit Hauptamtlichen in der Jugendarbeit, Diakon Jörg Simon vom Paul-Schneider-Freizeitheim-Ausschuss und Pastorin Uta Barnikol-Lübeck (Greifenstein-Allendorf) initiiert, hat der Konfitag inzwischen eine gewisse Routine, die Sache „läuft“. Dennoch bedeutet die Vorbereitung in jedem Jahr viel Aufwand: „ Einiges muss dann ganz spontan geregelt werden“, sagt Jörg Simon, für die Organisation des Ganzen zuständig. Und ansonsten findet er: „Der Konfitag ist eine schöne Tradition und das Gelände des Paul-Schneider-Heims einfach perfekt dafür!“ Für Roland Rust ist der Tag ein besonderer Akzent in der Konfirmandenarbeit: “Dass wir uns in der Region kennen lernen und spüren, dass wir über Gemeindegrenzen hinweg zusammengehören, sehe ich als große Bereicherung.“

In diesem Jahr waren unter den 30 beteiligten Kirchengemeinden erstmals auch vier aus dem Kirchenkreis Wetzlar. „Das wurde sehr gut organisiert und der Gottesdienst hat mir großen Spaß gemacht“, schilderte Michael Philipp, Pfarrer der Wetzlarer Kirchengemeinde Dutenhofen/Münchholzhausen und mehr als 20 Jahre Synodalbeauftragter für die Konfirmandenarbeit, seinen Eindruck. Auch das Thema sei sehr jugendgemäß aufbereitet worden.

bkl

Bild 1: Volle Konzentration herrschte im großen Zelt während des Gottesdienstes und dem Auftritt der Musicalgruppe Nauborn.

Bild 2: Beim Tanz im Gottesbilderladen treffen ganz verschiedene Vorstellungen von Gott aufeinander (v.l.): Wilhelmine „Frommel“, Ernst „Real“, Norma „Normal“ und, ganz rechts, als Wahrsagerin „Madame Lutrezia“, dahinter in der Mitte Ladeninhaberin „Thea Gottfried“.

Bild 3: Die Katzenfurter Band „School of Rock“ spielte mit sechs Musikern im Konfirmandenalter unter Leitung von Gemeindepädagoge Thomas Fricke.

Bild 4:  Ihre (noch nicht ganz fertig) verzierten Lebkuchenherzen präsentieren (v.l.) Tami, Laura und Hanna.

Bild 5: Geschicklichkeit im Niedrigseilgarten gemeinsam trainiert (v.l.): Marie, Helena und Kim.  Erlebnispädagogin Johanna Braun hilft mit.

Bild 6: Ein „Band des Vertrauens“ bewirkt, dass alle sich entspannt zurücklehnen können.

Bild 7: Viel Spaß gab`s beim Jugger.