Auf die Geburt Jesu Christi hinweisen

3700 Menschen besuchen Krippenausstellung:

 „In dulci jubilo!“ („Nun singet und seid froh!“) erklang es in der überfüllten Unteren Stadtkirche am Wetzlarer Schillerplatz. Mit einem hochkarätigen Konzert des Frankfurter Kammerchores unter Leitung von Wolfgang Schäfer ist am dritten Adventssonntag die diesjährige Aktion „Kirche draußen im Advent“ zu Ende gegangen.

Von der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar in Kooperation mit der kreiskirchlichen Frauenarbeit organisiert, waren in der Unteren Stadtkirche mehr als 100 Krippen aus mehreren Kontinenten zu sehen. Dabei haben insgesamt 3.700 Menschen die Präsentation in der Zeit vom Donnerstag vor dem 1. Advent bis zum 3. Advent besucht.

„Ich freue mich jedes Jahr wieder auf diese Ausstellung!“, hieß es unter anderem von einem interessierten Mädchen. Oder: „Die Ruhe in diesem Haus tut gut“, fühlten sich andere in den Räumen der Unteren Stadtkirche wohl. Und: „Die Krippenausstellung weist uns auf wunderbare Weise auf die Geburt Jesu an Weihnachten hin“, nahm ein Besucher die Weihnachtsbotschaft in den Blick.

Das war auch für die 42 Frauen und drei Männer, die die Schau ehrenamtlich begleitet haben, ein Grund zur Mitarbeit. „Zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit passt das sehr gut, denn es geht hier um das Eigentliche“, meinte Steffany Kraft aus Gießen. „Ich mache hier zwar Dienst, aber das ist keine wirkliche Arbeit für mich, sondern ein Ankommen, eben ‚Advent’“. Dass die Atmosphäre in der Kirche gemütlich ist, findet Monika Hauk aus Kröffelbach: “Ich bin gern mit Menschen zusammen und komme mit ihnen ins Gespräch“. Beide Frauen waren erstmals als „Krippenbetreuerinnen“ und im Kirchencafé des Kreuzgangs vier Stunden lang im Einsatz. Über das Freiwilligenzentrum Mittelhessen waren sie auf die Möglichkeit eines Engagements aufmerksam geworden. Beide wollen im nächsten Jahr unbedingt wieder dabei sein.

Nicht nur Frauen- und Konfirmandengruppen kamen zur Entdeckungstour in die Untere Stadtkirche. Auch Grundschulklassen hat Lehrerin Sigrid Krist aus Kraftsolms wieder durch den Altarraum und den Kreuzgang geführt und dabei zu den Krippen anschaulich erzählt und erklärt. Kinder hatten außerdem ihre Freude an der Arbeit von Heribert Wenzel aus Kirburg. Der Krippenschnitzer hat unter anderem den jüngsten Besuchern erklärt, dass ein professioneller Künstler erst eine Zeichnung anfertigt bevor er mit dem Schnitzen loslegt. Die Kleinen wurden dabei ins Zeichnen mit eingebunden, so der vierjährige Felix Metzger aus Wetzlar. Aus Wenzels Arbeit am ersten Adventswochenende in der Kirche ist eine eindrucksvolle Kokosnusskrippe entstanden.

Sehr interessiert zeigte sich auch eine Gruppe von Auszubildenden aus dem Berufsbildungbereich der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg, die mit ihren Lehrerinnen Monika Kunz-Herr und Sigrid Eichenauer  aus der Käthe-Kollwitz-Schule die Ausstellung besuchten.

Dass der Ansturm diesmal nicht ganz so groß war wie im vergangenen Jahr, hat Marlene Förster, Kreisverbandsvorsitzende der Frauenhilfe und ehrenamtliche Betreuerin, festgestellt. Dafür sei aber das Spendenaufkommen im Verhältnis erfreulich hoch gewesen, resümiert sie. Es wird dazu beitragen, dass die Untere Stadtkirche auch im nächsten Jahr wieder für die Ausstellung genutzt werden kann.

Viele Initiativen und Einrichtungen waren am Kirchenstand im Adventsdorf präsent, haben dabei über ihre Arbeit informiert, für soziales Engagement geworben und weihnachtliche Artikel für den guten Zweck verkauft. Erstmals war auch die Stiftung Krankenhausseelsorge dabei. Da gab es von Flüchtlingen eigens genähte Taschen zu kaufen, selbst gebackene Weihnachtsplätzchen, auch von den Mitarbeiterinnen der Tafel Wetzlar. Christine Krick und der neue Küster der Evangelischen Kirchengemeinde Niedergirmes, Hans-Peter Bautz, hatten das Angebot organisiert.

Auch die Musik draußen auf dem Schillerplatz mit Posaunen-, Gospel- und Kirchenchören erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Chöre und Bläsergruppen hätten das Publikum und die Betreiber der Stände sowie die Verantwortlichen des Adventsdorfes sicher gern noch öfter gehört. Doch was wegen der zahlreichen Termine der Chormitglieder in der Vorweihnachtszeit nicht möglich war, dient jetzt der Vorfreude auf das nächste Jahr, wenn die Aktion „Kirche draußen im Advent“ dann zum 15. Mal stattfindet.

bkl

Bild 1: Fand die Arbeit von Krippenschnitzer Heribert Wenzel richtig spannend: der vierjährige Felix Metzger aus Wetzlar.

Bild 2: Die Geschwister (v.l.) Lenny (sechs Jahre) und Mats (drei Jahre) aus Klein-Altenstädten haben sich intensiv mit der Playmobil-Krippe beschäftigt.

Bild 3: Für den guten Zweck am Kirchenstand: Mitarbeitende der Tafel Wetzlar.

Bild 4: „Selten so ein schönes Konzert gehört“, kommentierte eine Besucherin den Auftritt des Frankfurter Kammerchores am dritten Advent.

Bild 5: Viele Besucher interessierten sich für die Krippen im Kreuzgang.