65 Ehrenamtliche setzen sich in der Telefonseelsorge ein

Zehn neue Mitarbeiter in der Stephanuskirche eingeführt:

In einem Gottesdienst hat die ökumenische Telefonseelsorge Gießen-Wetzlar zehn neue Mitarbeiter in ihren Dienst eingeführt. Die beiden Dekane Hans-Joachim Wahl vom katholischen Dekanat Gießen und der evangelische Kollege Frank-Tilo Becher wirkten an der Feier mit.
Wie die beiden Leiter der Telefonseelsorge Pastoralreferent Gerhard Schlett und die evangelische Pfarrerin Martina Schmidt erläuterten, hat dieser kirchliche Dienst nun 65 ehrenamtliche Mitarbeiter, die rund um die Uhr Anrufern ihr Ohr leihen. Sie nehmen unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer 0800/1110111 oder 0800/1110222 Gespräche entgegen. Alle Gespräche werden diskret geführt und die Ehrenamtlichen bleiben anonym. Ein Jahr hatten die neuen Mitarbeiter an einer Ausbildung teilgenommen, um sich auf die Arbeit am Telefon vorzubereiten.
Dekan Wahl sagte in seiner Predigt, die Ehrenamtler würden den Anrufern helfen, in dem sie ihnen einen Weg für die Zukunft öffneten. Diese Arbeit verglich er mit der Aufgabe von Johannes, dem Täufer, der von sich sagte „Ich bereite dem Herrn einen Weg“.
Seiner Ansprache legte er einen Abschnitt aus dem Buch Jesaja, Kapitel 43, Vers 19 zugrunde: „Siehe, ich will ein Neues schaffen. Jetzt wächst es auf. Erkennt ihr’s denn nicht?“ Am Telefon kämen Erwartungen an Sie heran, Konflikte und Spannungen zu lösen, sowie Streit zu beenden. Dabei müssten die Telefonseelsorge sagen, dass sie nur einen Stück des Weges mitgehen könnten. Wahl zitierte eine Geschichte, in der sich ein Mensch von einem Engel das Ende aller Kriege, Arbeit für alle und vieles mehr wünschte. Der Engel unterbrach ihn und sagte „Wir verkaufen hier keine Früchte, sondern nur Samen“. An dieser Arbeit beteiligten sich die Ehrenamtlichen. Sie bereiteten den Boden für Menschen bei allem, was sie umtreibe.

Schmidt und Schlett informierten darüber, dass weitere Ehrenamtliche gebraucht werden, um die jährlich über 13.000 Anrufe entgegen zu nehmen. Am 21. Januar beginne eine neue Ausbildungsgruppe für ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Ausbildung umfasst zehn Samstage und mehrere Hospitationen. Wer sich für den anspruchsvollen Dienst interessiert, sollte belastbar sein und die Fähigkeit mitbringen, sich in sich selbst und andere einzufühlen. Außerdem werden werden Respekt und Offenheit vorausgesetzt.

Kontakt unter Telefon 0641 33009 oder im Internet www.telefonseelsorge-giessen-wetzlar.de.

lr

Pfarrerin Martina Schmidt, Dekan Frank-Tilo Becher, Dekan Hans-Joachim Wahl und Pastoralreferent Gerhard Schlett (v.l.) führen die zehn neuen ehrenamtlichen Telefonseelsorger in einem Gottesdienst in ihre neue Aufgabe ein.